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WEF priorisiert Cybersecurity in der Corona-Krise

Geschrieben von
Roger Klein
Cyberresilienz

Das Weltwirtschaftsforum (WEF) hat kĂŒrzlich einen Report zu relevanten Fragestellungen innerhalb der Corona-Krise veröffentlicht. Klar wird darin: Cybersecurity ist inzwischen ein Thema von höchster Relevanz. Wir haben den Report genauer unter die Lupe genommen — und schauen, vor welche konkreten Herausforderungen uns die Krise gestellt hat.

Neue AnsprĂŒche an Cybersecurity

Die vollstĂ€ndige Studie steht im WEF-Forum zum Download bereit. Vorausgegangen war ein «Outlook», der sich mit den Risiken befasste, vor die uns die Corona-Krise stellt. Zu den am meisten gefĂŒrchteten Folgen zĂ€hlen:

  • globale Rezession
  • Konkurs-Gefahr
  • Unterbrechung von Lieferketten
  • Konsolidierung innerhalb ganzer Branchen

350 Spezialisten haben weitreichende Analysen und direkte Umfragen durchgefĂŒhrt. Der WEF-Projektleiter im Bereich Cybersecurity hĂ€lt fest: COVID-19 hat nicht nur die allgemeine Unsicherheit erhöht — sondern leider auch die KriminalitĂ€t. Seit Beginn der Krise kam es zu einem Drittel mehr BetrugsfĂ€llen im Internet.

Ein starker Informationsfluss bringt also immer auch Risiken mit sich. In frĂŒheren BeitrĂ€gen haben wir dich bereits ĂŒber die Gefahren von Phishing, Malware und Erpressungstrojanern informiert.

Der eigentliche Hauptgrund fĂŒr die verĂ€nderten AnsprĂŒche an Cybersecurity ist das verĂ€nderte Arbeitsmuster. Digitale Sicherheitsstrukturen schĂŒtzen intern oft noch gut — fĂŒr die Arbeit im Homeoffice gelten diese Massnahmen aber hĂ€ufig nicht. Die Studie zeigt ausserdem: Auch die Mitarbeiterzufriedenheit spielt eine Rolle, wenn es darum geht, ob betriebsinterne Daten an Unbefugte weitergegeben werden.

Komplexes Arbeitsumfeld

Oft gibt es im Homeoffice kaum mehr als ein paar grundlegende Vorgaben zur Arbeitsplatzgestaltung — erweiterte Sicherheitsbestimmungen fehlen. Viele Unternehmen verlassen sich darauf, dass Mitarbeitende die betrieblichen Regelungen auch zu Hause einhalten. Die WEF-Studie zeigt drei Trends, die automatisch neue MassstĂ€be an die Cybersecurity stellen.

  1. E-Commerce: Wegen örtlicher GeschÀftsschliessungen boomte der Online-Handel. Viele Firmen planen entsprechende Schritte bereits fest in ihre Marketing-Strategien ein.
  2. Digitalisierung: Betriebe wechseln von starren Desktop-Anwendungen auf mobile Lösungen — Dienstleistungen und Angebote landen so auch auf Smartphones.
  3. Cloud: Wer viel elektronisch verarbeitet, braucht mehr Speicherplatz. Deshalb wechseln viele Unternehmen von interner Datenspeicherung zu Cloud-Diensten.

Cybersecurity „Leadership Principles“

Mit den «Lessons learnt» will das WEF dabei helfen, zur NormalitĂ€t zurĂŒckzufinden. FĂŒnf Schritte sollen neue AnsprĂŒche an die eigene Cybersecurity definieren — und sie effizient in die Praxis bringen.

1. Cyber-Resilience

Das WEF empfiehlt, eine Kultur der Cyber-WiderstandsfĂ€higkeit aufzubauen und zu fördern. Cybersecurity soll fester Bestandteil von Unternehmen und ihrer GeschĂ€ftspraxis werden — inklusive Risiko-Monitoring und einem eigenen Budget-Posten.

«Employees make decisions that can have as much impact on security…» — so steht es im WEF-Report. Mitarbeitende treffen also auch im Bereich Cybersecurity relevante und potenziell folgeschwere Entscheidungen. Das bedeutet nicht, ihnen Rechte zu entziehen. Im Gegenteil: Alle sollen aktiv in Sicherheitsprozesse eingebunden werden. Das unterstreicht einmal mehr die Bedeutung von Sensibilisierung.

2. Focus on protecting

Hier geht es darum, kritische Strukturen, Dienste und KapazitĂ€ten fachgerecht zu schĂŒtzen: Schwachstellen in der IT aufdecken, gezielt beheben. Auch der Zugriff muss geregelt sein — Remote-Verbindungen etwa durch entsprechende Nutzer-Authentifizierung absichern.

Ebenfalls ein Thema: Automatisierung. Das WEF empfiehlt, KI und maschinelles Lernen (ML) genau dort einzusetzen, wo menschliches Versagen besonders folgenreich wĂ€re — um Ressourcen und Budget gezielt zu nutzen.

3. Balance der Cybersecurity

FĂŒr die Versorgungskette empfiehlt das WEF das Zero-Trust-Modell. Open Source und hohe Anforderungen an Cloud-Plattformen erschweren das. Jede Entscheidung sollte daran gemessen werden, ob die erforderlichen AnsprĂŒche vollstĂ€ndig erfĂŒllt werden — möglichst ohne Abstriche.

Diese «decisions during the crisis and beyond» sollen sicherstellen, dass Unternehmen sowohl wÀhrend als auch nach der Krise in Sachen Cybersecurity sicher aufgestellt sind.

4. Update and practice

Aktualisierung und Übung stehen fĂŒr KontinuitĂ€tsmanagement — im Englischen «BCM» (Business Continuity Management). Das Ziel: Kernprozesse auch in Krisen- und Notfallsituationen am Laufen halten und sich im Ernstfall möglichst schnell erholen.

Am besten funktioniert gutes BCM durch praktische Übungen im Vorfeld — etwa ĂŒber TestfĂ€lle oder reale TestlĂ€ufe mit Homeoffice-Arbeit.

5. Zusammenarbeit

Öffentlicher und privater Sektor sollen laut WEF ihre Zusammenarbeit stĂ€rker ausbauen. Das gilt auch fĂŒr Cybersecurity: Sensibilisierung funktioniert nur, wenn sie das gesamte Kollektiv erreicht — nicht bloss einzelne Personen.

Nicht die Unterschrift zĂ€hlt, sondern die aktive Beteiligung. Durch die tĂ€gliche Arbeit sind wir ohnehin schon weitreichend vernetzt. In der Corona-Krise sind bereits einige grosse Unternehmens-ZusammenschlĂŒsse entstanden, die sich mit Cybersecurity befassen und ihre Erkenntnisse öffentlich teilen.

Themen: DigitalisierungE-CommerceIT-Sicherheit

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Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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