Blockchain Technologie wirklich Lösung der Zukunft?

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Blockchain Technologie

Seit Jahren finden auf internationaler Ebene Blockchain-Konferenzen statt. Entwickler, Experten und Investoren tauschen sich dort über die Themenvielzahl innerhalb der Blockchain-Technologie aus. Doch ein Gedanke verfestigt sich zusehends: Könnte Blockchain entgegen allen Erwartungen doch nicht so zukunftssicher sein wie gedacht?

Blockchain Technologie: Ein Definitionsversuch

Wer Blockchain hört, denkt zuerst an Bitcoin. Kein Wunder — Bitcoin ist die erste und bekannteste Kryptowährung, die auf Blockchain-Technologie basiert. Bitcoin ist Blockchain. Aber Blockchain ist weit mehr als Bitcoin.

Blockchain-Technologien speichern digitale Informationen in einem transparenten und zugleich sicheren Format. Das Computernetzwerk dahinter ist auf viele verschiedene Standorte verteilt. Der Name «Blockchain» (Block-Kette) kommt daher, dass digitale Informationen blockweise zu einer Kette verbunden werden. Kommt ein neuer Datenblock hinzu — ausgelöst durch eine Transaktion eines Netzwerkteilnehmers —, hängt er sich in chronologischer Reihenfolge an den vorherigen Datensatz.

Erscheint ein Datenblock einmal in der Kette, lässt er sich nachträglich weder ändern noch entfernen. Diese unveränderliche Aufzeichnung gilt als Hauptgrund dafür, dass Blockchain als besonders sicher eingestuft wird.

Wie passen Transparenz und Sicherheit zusammen?

Jeder Teilnehmer kann die einzelnen Blockchain-Glieder einsehen — aber nachträglich nicht ändern. Klingt nach einem Widerspruch? Jedes Kettenglied erhält bei seiner Entstehung einen sogenannten Hash (nicht zu verwechseln mit Hashtag), der die spätere Einsicht erst ermöglicht. Ein Hash wandelt eine Eingabe oder Transaktion in eine kryptografische, also verschlüsselte, Zeichenabfolge um.

Das Ergebnis: Nur berechtigte Nutzer können die Details einsehen. Eine nachträgliche Änderung oder Manipulation der Daten bleibt trotzdem unmöglich — so weit zumindest die Theorie.

Blockhain Technologie: Chance oder Risiko?

Wie Bitcoin zieht auch Blockchain-Technologie allerhand Aufmerksamkeit auf sich — und zwar auf beiden Seiten. Bitcoin steht vor allem wegen seiner mangelnden Regulierung in der Kritik.

Darin zeigt sich die Gemeinsamkeit von Blockchain und Bitcoin besonders deutlich. Blockchain-Technologien unterstehen keiner zentralen Behörde und unterliegen damit keinen einheitlichen Richtlinien. Das ist zugleich ihre Schwachstelle: Eine absolute Immunität gegen Cyberrisiken gibt es nicht — und Kriminelle nutzen die wenigen bestehenden Rahmenbedingungen gezielt aus.

Dazu kommen weitere strukturelle Nachteile. Die Verarbeitung von Transaktionen erfordert im Vergleich zu anderen Systemen erheblich mehr Rechenleistung — und damit entsprechend viel Energie. In Zeiten der Energiekrise drängen sich Fragen zur Effizienz von Blockchain fast von selbst auf. Ein weiteres Kernproblem ist die Kompatibilität einzelner Blockchain-Plattformen: Nicht alle Teilnehmer können sich vernetzen und Transaktionen miteinander durchführen.

Teil des Problems und der Lösung: Die SSI

Stichwort Kompatibilität: Als Blockchain-Teilnehmer brauchst du eine digitale Identität. Mit ihr identifizierst du dich im Netzwerk und kannst Interaktionen durchführen. Da die eigene Identität «online» üblicherweise durch amtliche Nachweise verifiziert wird — Personalausweis, Geburtsurkunde oder Ähnliches —, entsteht hier ein erster Knackpunkt. Wegen der mangelnden Regulierung weigern sich die meisten öffentlichen Stellen, an Blockchain-Technologien teilzunehmen.

Die sogenannte SSI — Self-Sovereign Identity — soll als Lösung herhalten, ist im Grunde aber längst Teil des Problems. Bei SSI handelt es sich um ein auf Blockchain basierendes Konzept für eine digitale Identität: die eindeutige Übereinstimmung mit einer Person, die allein Zugriff auf die eigenen Daten hat und selbst entscheidet, wie sie genutzt werden. Die Datenverwaltung erfolgt dabei über eine dezentrale Infrastruktur — typisch für Blockchain. Vertreter dieser Idee sehen die Sicherheitsrisiken grundsätzlich bei der aktuellen zentralen Verwaltung. Aber denken sie dabei weit genug? Landet man mit diesem Ansatz nicht erneut beim selben Widerspruch: eine zu wenig regulierte Datenverarbeitung — und damit noch grössere Risiken für Datendiebstahl und -missbrauch?

Tags: IT-SicherheitTechnologien
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

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