Zum Inhalt springen

Corona App Schweiz: Kantone finden keinen gemeinsamen Nenner

Geschrieben von
Roger Klein
Corona App Schweiz

Um die Ausbreitung des Corona-Virus nachverfolgen zu können, brauchte die Schweiz dringend eine App. WĂ€hrend andere LĂ€nder bereits ĂŒber eigene Lösungen verfĂŒgten, hinkte die Schweiz hinterher — und das lag vor allem an der Uneinigkeit zwischen den Kantonen.

Der Sinn der App

Die Grundidee war von Anfang an klar. Die Corona-App sollte Infektionszahlen erfassen — ĂŒber eine Datenbank, in der alle bestĂ€tigten FĂ€lle anonymisiert gesammelt werden, ohne Patienten- oder Personendaten. Wer die App installiert, sieht die Statistik fĂŒr sein Land.

Aber die App sollte noch mehr leisten. In einem anderen Beitrag haben wir uns mit der Tracking-FunktionalitĂ€t und dem Entwicklungsstand in verschiedenen LĂ€ndern beschĂ€ftigt. Das Bild war damals ernĂŒchternd: In vielen Regionen funktionierte die App mehr schlecht als recht.

Die Tracking-Methode ermittelt den Standort des Nutzers und gleicht ihn mit der Datenbank ab. Bewegt sich jemand in eine Gefahrenzone, soll eine Warnmeldung erscheinen. Der Gedanke dahinter: Wer eine direkte Warnung aufs Handy bekommt, verhĂ€lt sich vorsichtiger — und meidet grosse Menschenansammlungen.

Uneinigkeit ĂŒber Corona App innerhalb Schweizer Kantone

Wo lag das Problem? Die Schweiz hatte immerhin eine eigene «Covid-19 Taskforce», deren Leiter die Kantone zum Handeln drÀngten.

Matthias Egger, PrĂ€sident der Taskforce, beschrieb die Entwicklung der Corona-App in der Schweiz gegenĂŒber der Neuen ZĂŒrcher Zeitung als ausgesprochen schwierig. Das föderale System erschwere eine einheitliche Datenerfassung — ohne die eine funktionierende App schlicht nicht auskommt.

Dazu kritisierte er den mangelnden Fortschritt des BAG bei der Digitalisierung. Fehlende Einheit und digitaler RĂŒckstand machen einen dynamischen Datenaustausch zwischen den Kantonen nahezu unmöglich.

BAG trat direkt an die Kantone heran

Auch ein direkter Aufruf des BAG an die Kantone brachte wenig. Bereits Anfang Mai 2020 wurden die Unstimmigkeiten öffentlich. ZĂŒrich wollte mit gutem Beispiel vorangehen und hatte offenbar eine eigene Lösung parat — setzte sich aber gleichzeitig fĂŒr ein landesweites einheitliches System ein.

Basel bot derweil bereits eine eigenentwickelte App an. Der Leiter des BĂŒndner Gesundheitsamts bestĂ€tigte, dass die App in GraubĂŒnden schon im Einsatz war. Luzern setzte auf die Open-Source-Software Sormas, die intern erweitert worden war. Aargau holte sich einen externen Dienstleister — und hatte angeblich schon Anfragen aus anderen Kantonen erhalten.

Schuld-Suche in der Schweiz bei der Corona App

WĂ€hrend das BAG auf die Kantone zeigte, kam die Kritik postwendend zurĂŒck. Vielerorts hiess es, der langsame Datenaustausch liege an unklaren Anweisungen des BAG. Dazu erschwerten regulatorische Vorschriften den Datentransfer. Konkrete Vorgaben und eine klare Prozessbeschreibung fehlten offenbar gĂ€nzlich.

Ein weiterer Grund: Nicht alle Kantone verfĂŒgten ĂŒber dieselben KapazitĂ€ten. Der CEO des erwĂ€hnten externen Dienstleisters war ĂŒberzeugt, dass alle nötigen technischen Schnittstellen in der Schweiz lĂ€ngst vorhanden waren. Das Problem lag beim Reporting — der Berichterstattung zwischen den Beteiligten. Sein Fazit: alle an einen Tisch, einen konkreten Plan ausarbeiten, gemeinsam umsetzen.

Dem ist nichts hinzuzufĂŒgen. Wer eine funktionierende App zur EindĂ€mmung des Virus will, braucht Kantone, die tatsĂ€chlich zusammenarbeiten — nicht nur versprechen, es zu tun.

Themen: AppSchweiz

Hat dich der Artikel ins GrĂŒbeln gebracht?

Wir besprechen sowas gerne im ErstgesprĂ€ch — unverbindlich, persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags.

Direkt zum Kontakt
Noch was Grösseres?

rundum.dog — unsere Hunde-Wissensplattform.

Unser Eigenprojekt und Live-Beweis: eigenes KI-Plugin auf Anthropic-API-Basis, 17 Custom Post Types, ein Betrieb, den wir tÀglich am Laufen halten.

rundum.dog ansehen ↗
Über die Person

Roger Klein

GeschĂ€ftsfĂŒhrer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

Mehr ĂŒber uns →

Schreib uns oder ruf an.
Meist antwortet ein Mensch innerhalb eines Werktags.

Roger Klein
GeschĂ€ftsfĂŒhrer
E-Mail
info@dataloft.ch
Telefon
+41 52 511 05 05
Adresse
dataloft GmbH · Rietweg 1 · 8506 Lanzenneunforn TG