Der Datenschutz X steht vor einer neuen Herausforderung: Stell dir vor, deine Tweets auf der Plattform dienen dazu, eine KĂŒnstliche Intelligenz zu optimieren â ohne dass du davon weisst oder zugestimmt hast. Seit einer stillen Ănderung der Nutzungsbedingungen im September 2023 nutzt X deine Daten fĂŒr seine Algorithmen und den Chatbot Grok. Was fĂŒr die Plattform ein Fortschritt ist, stellt fĂŒr dich als Nutzer ein Problem dar. In diesem Beitrag beleuchten wir, wie deine Tweets ungefragt die KI trainieren und was das fĂŒr deine PrivatsphĂ€re in der Schweiz bedeutet.
AGB-Ănderung bei X: Was hat sich geĂ€ndert?
Im September 2023 hat X (umbenannt nach der Ăbernahme durch Elon Musk, ehemals Twitter) seine Allgemeinen GeschĂ€ftsbedingungen stillschweigend angepasst â ohne direkte Benachrichtigung, ohne Zustimmungsabfrage.
Seither greift X auf öffentliche Tweets und Profildaten zu, um Algorithmen zu verfeinern und den Chatbot Grok weiterzuentwickeln. Wer das nicht will, muss aktiv widersprechen â Opt-out statt Opt-in.
FrĂŒhere AGB-Versionen begrenzten die Datennutzung auf den Betrieb des Dienstes selbst: Inhalte anzeigen, Relevanz verbessern. Jetzt steht KI-Training explizit als Zweck drin. Die Erweiterung kam ohne Voranmeldung.
Das Ergebnis: Jeder öffentliche Tweet kann in die Trainingsdaten von Grok oder die Empfehlungsalgorithmen der Plattform einfliessen â ob du das willst oder nicht.
Datenschutz X aus Schweizer Perspektive: Konflikt mit dem nDSG?
Seit dem Inkrafttreten des revidierten Datenschutzgesetzes (nDSG) im September 2023 gilt in der Schweiz: Wer Daten fĂŒr neue Zwecke verarbeiten will, braucht eine ausdrĂŒckliche Einwilligung. Nicht stillschweigend, nicht per Opt-out-Klausel.
X tut genau das Gegenteil. Tweets und Profildaten werden ohne aktive Zustimmung fĂŒr KI-Training verwendet. Das nDSG verlangt transparente, freiwillige Einwilligung â ein Prinzip, das in der Schweizer Rechtskultur nicht verhandelbar ist.
Ob X die Standards des nDSG erfĂŒllt, wenn es deine Daten ohne Vorinformation fĂŒr neue Zwecke einsetzt, ist eine offene Frage. Eine, die der EDĂB möglicherweise beantworten wird.
Stillschweigende Datensammlung: PrÀzedenzfall bei Meta in 2024
Der Eidgenössische Datenschutz- und Ăffentlichkeitsbeauftragte (EDĂB) hat Ă€hnliche FĂ€lle bereits untersucht â etwa bei Meta 2024, als die Nutzung von Benutzerdaten fĂŒr Werbezwecke in die Kritik geriet. Es ist gut möglich, dass die Datenschutzpraktiken von X als nĂ€chstes auf dem PrĂŒfstand landen. Schweizer Unternehmen und Privatpersonen nutzen die Plattform teils beruflich â und geben dabei Informationen preis, die sie nicht fĂŒr KI-Training vorgesehen haben.
Was der Fall zeigt: Globale Plattformregeln und lokale Datenschutzstandards stossen regelmÀssig aufeinander. Deine Rechte im digitalen Raum zu kennen, ist deshalb keine Option.
Datenschutz X: Folgen fĂŒr Ihre PrivatsphĂ€re & Was Sie tun können
Wer X beruflich nutzt â als Schweizer Unternehmen oder Fachkraft â riskiert, dass GeschĂ€ftsdetails oder Kontaktinformationen in die KI-Trainingsdaten von X gelangen. Auch private Tweets sind nicht geschĂŒtzt: Alles, was öffentlich steht, kann ohne Zustimmung weiterverarbeitet werden â fĂŒr Algorithmen oder Grok.
Konkrete Schritte, um dich zu schĂŒtzen:
- Einstellungen öffnen: Logg dich bei X ein und ruf das EinstellungsmenĂŒ auf.
- PrivatsphÀre und Sicherheit auswÀhlen: Navigiere zu diesem Bereich innerhalb der Einstellungen.
- Datenfreigabe deaktivieren: Such die Option zur KI-Trainingsnutzung und schalt sie ab â X bewirbt diesen Schritt nicht aktiv.
- Tweets privat schalten: Ăberleg, deine Tweets auf âprivat“ zu setzen, um die öffentliche VerfĂŒgbarkeit einzuschrĂ€nken.
- Inhalte bewusst wĂ€hlen: Keine sensiblen Angaben posten, die spĂ€ter gegen dich verwendet werden könnten â besonders wenn du X auch beruflich nutzt.
- AGB anderer Plattformen regelmĂ€ssig prĂŒfen â was bei X geschieht, könnte anderswo zur Praxis werden.
Datenschutz X: Was du jetzt mitnimmst
Dein Datenschutz beginnt mit deiner eigenen Initiative. Die Praxis von X zeigt, wie verletzlich Daten in globalen Plattformen sind â gerade vor dem Hintergrund des nDSG.
Auf den EDĂB warten ist eine Möglichkeit. Deine Einstellungen anpassen ist die andere â und die liegt in deiner Hand. Transparenz einzufordern und digitale Rechte wahrzunehmen ist keine KĂŒr.