Emojis im Marketing? Nette Smileys bleiben in Wahrheit eher kritisch

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Emoji Marketing

Aus dem privaten E-Mail-Verkehr, dem direkten Chat und Nachrichten über Messaging-Dienste sind sie kaum noch wegzudenken: Emojis. Die Gesichter und Symbole haben sich so weit durchgesetzt, dass einige Marketer sie fest in ihre Strategien einbinden. Aber funktioniert „Marketing per Emoji“ tatsächlich? Wir finden es heraus.

Warum überhaupt Emojis im Marketing?

Wie entstehen Strategien, die gezielt auf Emojis setzen? Der Blick in den privaten Bereich hilft weiter. Auf Social Media sind Emojis ein weltweit anerkanntes Mittel, um Gefühle, Zustimmung oder Ablehnung auszudrücken.

Emojis am Beispiel Facebook

Facebook zeigt das besonders deutlich. Der klassische „Like“ – Daumen nach oben – ist selbst ein Emoji. Dazu kamen das pulsierende Herz für „Love“, der Smiley mit Umarmungsgeste, das lachende „Haha“-Gesicht, der staunende „Wow“-Smiley, die traurige Variante mit Träne und das puterrote, wütende Gesicht.

Marketing mit Gefühl? Von Emojis

Facebook liefert damit ein klares Bild: Emojis bilden Reaktionen ab. Sie drücken Gefühle aus – und genau dort setzt Marketing an. Gefühle beeinflussen Kaufentscheidungen. Wer Emojis einsetzt, spricht diese Ebene direkt an.

Nebenbei fügen sich Emojis gut in anerkannte Methoden wie die AIDA-Formel ein. Sie erzeugen Aufmerksamkeit, wecken Interesse und fördern manchmal die Interaktion.

Viele Marketer setzen Emojis deshalb auch in Newslettern ein – mit dem Ziel, die serienmässig produzierten Nachrichten etwas persönlicher wirken zu lassen.

Newsletter-Marketing mit Emojis eher kontraproduktiv?

Das Search Engine Journal wollte genauer wissen, ob Emojis im E-Mail-Marketing tatsächlich etwas bewegen. Die Ergebnisse der Studie überraschten. Getestet wurden knapp 4 Millionen Mails – je zur Hälfte mit und ohne Emojis in der Betreffzeile – anhand drei Kennzahlen:

  • Open Rate (Öffnungsrate der Mails)
  • Click-Through-Rate (Anzahl Klicks auf enthaltene Links und Werbebanner)
  • Unsubscribes (Abmeldungen vom Newsletter)

Betreffzeilen ohne Emojis haben höhere Öffnungsrate

Newsletter ohne Emoji im Betreff wurden häufiger geöffnet. Der Unterschied fiel aber moderat aus: 52,94 Prozent zu 47,06 Prozent. Ein Emoji in der Betreffzeile ist also kein grober Fehler – nur kein Vorteil bei der Öffnungsrate.

Betreffzeilen mit Emojis haben höhere CTR

Bei der Click-Through-Rate dreht sich das Bild. Kampagnen mit Emojis waren zu 64,71 Prozent erfolgreicher als jene ohne. Wer Klicks will, fährt mit Emojis besser.

Emojis sorgen für hohen Verlust von Abonnenten

Hier wird es kritisch. Beim Vergleich der Abmeldezahlen zeigte sich: Wenn Emojis im Betreff standen, lag die Absprungrate um 41,18 Prozentpunkte höher – 70,59 Prozent zu 29,41 Prozent. Das ist der ausschlaggebende Befund der Studie.

Widersprüchliche Ergebnisse, klare Konsequenz

Emojis im Marketing sind kein klares „Top“ oder „Flop“. Die Studie zeigt: Höhere CTR auf der einen Seite, massiv mehr Abmeldungen auf der anderen. Die getesteten Newsletter waren nicht überladen – Emojis schiessen also auch in Massen nicht automatisch übers Ziel.

Gegen einen gezielten Emoji im Newsletter spricht nichts. Entscheidend bleibt die Zielgruppe. Wenn deine Kunden aktiv auf Social Media sind und deine Posts dort Emojis enthalten, können sie auch in anderen Kampagnen funktionieren.

Behalte die Kennzahlen im Blick. Eine regelmässige Erfolgsmessung – etwa über Insights – zeigt, ob eine Kampagne angepasst werden muss. Probiere ruhig beides aus: mit und ohne Emojis. Der Erfolg ist individuell – und du wirst schnell sehen, ob die netten Smileys für dich arbeiten oder nicht.

Tags: DesignOnline-Marketing
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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