Kennst du das Sprichwort «Geht ins Ohr, bleibt im Kopf»? Die Rede ist von OhrwĂŒrmern, die sich jeder schon einmal irgendwo eingefangen hat. Ăhnlich funktioniert das bei der Markenbildung. WĂ€hrend einige namhafte Brands sich auditiv einen Namen gemacht haben, setzen die meisten Markengrössen auf das Visuelle. Heute folgen wir dem Weg der Markenbildung und der unweigerlich damit verknĂŒpften Brand-Experience.
Markenbildung: Aller Anfang ist schwer
Kaum ein Unternehmen unterschĂ€tzt die Wichtigkeit von Markenbildung. Keine noch so bekannte Firma hat dort angefangen, wo sie nach Jahren intensiver Marketing-Strategien steht. Was genau ist eine Marke eigentlich? Das Wort allein begegnet uns in vielen verschiedenen ZusammenhĂ€ngen. Da gibt es die Briefmarke, in vielen anderen Worten steckt sie ebenfalls. Im Marketing steht die Marke am Wortbeginn, im Textmarker ist sie versteckt, frĂŒher gab es sogenannte Rabattmarken.
Wusstest du, dass es eher selten ist, dass eine Marke von Anfang an bereits ein fertiges Produkt ist? Der Fluss der Markenbildung â wie die Umschreibung schon andeutet â ist vielmehr ein lang anhaltender Prozess. Und er endet nicht. Wie ein Fluss lĂ€uft er stetig weiter, unterliegt Strömungen und Windungen, kehrt nicht zwangslĂ€ufig zu seiner Quelle zurĂŒck.
Diese Fluss-Metapher lÀsst darauf schliessen, dass der Prozess der Markenbildung eine Grundlage hat: die Quelle.
Markenbildung bedeutet IdentitÀtsfindung
Das Ziel von Marketing und Markenaufbau ist die PrĂ€sentation der FirmenidentitĂ€t. Erfolgreiche Marken zeichnen sich dadurch aus, dass sie markant sind â auf den ersten Blick von Konkurrenten zu unterscheiden. Das kleine Wortspiel ist beabsichtigt: Im Adjektiv markant steckt die Marke.
Ein Wundermittel fĂŒr den Erfolg gibt es nicht, weder zur Markenbildung noch zu deren Platzierung. An Firmen, die den Drahtseilakt geschafft haben, lĂ€sst sich einiges ablesen. Marken zu bauen ist gleichzeitig ein geheimnisvoller Bereich innerhalb jedes Betriebs. Wer weiss, wie viele kreative Köpfe wie lange bei Labello gebrĂŒtet haben, bis der Name ein international gebrĂ€uchliches Synonym fĂŒr Lippenpflegestifte wurde?
Dahin will fast jeder. Wenn die Marke so erfolgreich ist, dass sie aus dem alltĂ€glichen Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken ist, hat man es wirklich geschafft. Entscheidend bleibt dabei stets ein positives Renommee â das eigene Ansehen in der öffentlichen Meinung.
Ziele der Markenbildung
Im vorherigen Abschnitt haben wir uns diesen bereits genĂ€hert. Den eigenen Markennamen als Synonym fĂŒr ein ganzes Produktsegment zu etablieren â das ist ein weit gestecktes Ziel. Realistisch bleiben sollte jedes Unternehmen trotzdem.
Etablierung
Wo die Platzierung ganz am Anfang steht, folgt â hoffentlich â irgendwann eine Etablierung auf dem Markt. Je nach Marketing-Strategie, Budget und weiteren Faktoren kann allein das ein langwieriger Prozess sein. Ein massgebender Faktor ist Akzeptanz.
Dominanz
NatĂŒrlich will möglichst jeder Anbieter mit seiner Marke den Markt dominieren â quasi «MarktfĂŒhrer» sein. Im besten Fall bestimmt die Marke ganze Preisspannen oder hat zumindest wesentlichen Einfluss auf die Preisgestaltung. Zur realistischen Zielsetzung zĂ€hlt dabei vor allem die Abhebung von der Konkurrenz.
Einzigartigkeit
Der Punkt ist nicht nur auf rechtlicher Ebene relevant. Wer eine gute Markenidee hat, lĂ€sst sie frĂŒher oder spĂ€ter urheberrechtlich schĂŒtzen. Damit ist nicht nur dem Ziel von Abhebung und Eigenschutz GenĂŒge getan â auch auf den letztendlichen Erfolg wird die Unverwechselbarkeit einer Marke ausschlaggebenden Einfluss haben.
Wiedererkennung
Erinnerst du dich noch an diesen lustigen Werbespot von…? Das Ziel ist es, eine solche Frage mit einem klaren Ja zu beantworten. Die eigene Firma soll im GedĂ€chtnis der Kundschaft so lange wie möglich haften bleiben. Wenn Kunden verbal in Erinnerungen schwelgen, entsteht der zusĂ€tzliche Effekt von kostenloser Werbung â die besagte Mundpropaganda.
Bindung
Es geht um die Kundenbindung. Die Treue der Kunden ist ein weit verbreitetes Unternehmensziel â ohne eine starke Marke funktioniert das nicht. Studien zeigen, dass Kunden eher Produkte von Firmen kaufen, mit denen sie sich identifizieren können. Damit sind wir zurĂŒck bei der anfĂ€nglichen IdentitĂ€tsfindung.
Strategien fĂŒr die Markenbildung
Eine Firma ist nichts ohne Kundschaft. Wer nichts verkauft, verdient kein Geld. Es kursieren einige mehr oder minder forsche Strategien zur Markenbildung â wer zu forsch vorgeht, erlebt am Ende böse Ăberraschungen. Der Kern jeder erfolgreichen Marke war und ist eine langfristige Kundenbindung auf vertrauensvoller Basis. Wer das Vertrauen der Kunden nicht geniesst, verliert sie frĂŒher oder spĂ€ter an die Konkurrenz.
Die Marke ist ein Spiegel
Da der Kunde das Unternehmen wiedererkennen soll, steht eine Marke dafĂŒr, wofĂŒr auch das GeschĂ€ft steht: Wie bei einer natĂŒrlichen Person spiegeln gute Brands Eigenschaften, Philosophien und Visionen wider. Ein schlichtes Logo steht zum Beispiel fĂŒr Fokus auf ZweckmĂ€ssigkeit, wĂ€hrend ein ĂŒberschwĂ€nglich bunter, mit Bildern verzierter Name besondere KreativitĂ€t hervorhebt.
Treue
In Sachen Treue darf die ganze Arbeit nicht ausschliesslich den Kunden ĂŒberlassen werden â man selbst muss mit gutem Beispiel vorangehen. Hast du ein klares Konzept, bleib ihm treu. Experimente sind gut und können von Erfolg gekrönt sein, doch wie bei fast allen anderen Punkten gilt: realistisch bleiben. Wer zu weit vom ursprĂŒnglichen Weg abweicht, riskiert den Wiedererkennungswert der Marke. Denk daran: Der Kunde geht quasi eine Beziehung mit dir ein. Wer verbleibt in einer persönlichen Beziehung, wenn der Partner sich plötzlich vollstĂ€ndig verĂ€ndert?
Positiv bleiben
Es gibt durchaus provokante Slogans, die potenzielle Kunden «aufrĂŒtteln» sollen. Je nach IdentitĂ€t und den eigenen Moralvorstellungen kann das gut funktionieren. GefĂ€hrlich sind die sogenannten schlechten Schlagzeilen. Sind sie erst einmal da, lassen sie sich kaum eindĂ€mmen â schnelle Reaktion ist gefragt. Und nein: Das Motto «jede Schlagzeile ist gute Presse» ist nicht immer der richtige Weg. Ăussern Kunden ernstzunehmende Kritik, gilt es, dieser gerecht zu werden. Jede Kritik ist ein heimlicher Wunsch, weiterhin mit dem kritisierten Unternehmen zusammenzuarbeiten. Und schöne Erinnerungen sind schlicht die wirkungsvollsten â wer an deine Marke erinnert werden soll, erinnert sich am liebsten positiv.
Die Zielgruppe ansprechen
Deine Kundengruppe kennt dich, und du kennst deinen Kundenstamm. An diesem VerhĂ€ltnis sollte man festhalten. Die junge Generation lĂ€sst sich gerne auf den sozialen Medien ansprechen, andere Altersgruppen vertrauen auf altbewĂ€hrte Mittel. Einen gesunden Mittelweg zu finden ist oft schwierig â so dass auch potenzielle neue Zielgruppen gleichermassen gut angesprochen werden. Gesellschaftliche Faktoren helfen dabei. Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind lĂ€ngst ein Leitfaden fĂŒr viele Markenbilder geworden.
Von der Markenbildung zur Brand-Experience
Das fĂŒhrt uns in den Kern der Markenbildung: die unweigerlich damit verbundene Brand-Experience. Was bedeutet das ĂŒbersetzt? Brand steht fĂŒr die Marke, Experience ist das englische Wort fĂŒr Erfahrung. Alle Emotionen, die wir mit einer Marke verbinden, sollen bestenfalls positiv sein â so auch die dazugehörigen Erfahrungswerte.
Ăber unterschiedliche Methoden erlangen wir die Aufmerksamkeit der Kunden. Kurzer Ausflug zur AIDA-Formel: Das Modell beschreibt ein Prinzip der Werbewirkung. Ăber Aufmerksamkeit geht der Weg ĂŒber das Interesse und den Drang bis zur Aktion.
Eine Marke erfĂŒllt im Optimalfall alle vier Schritte. Logo oder Slogan erzeugen die Aufmerksamkeit, leiten Interesse und Drang nach der Aktion â dem Kauf â ein. Der Markt ist ĂŒberfĂŒllt mit Produkten und Dienstleistungen, der Preiskampf ist gewaltig, Preisvergleiche sind ĂŒberall verfĂŒgbar, und Werbeanzeigen der Konkurrenz ĂŒberhĂ€ufen den Kunden tĂ€glich.
Trotzdem die Marke erfolgreich im Wettbewerb zu positionieren â das fĂŒhrt zur Brand-Experience. Die Marke steht dabei nicht mehr bloss fĂŒr das zugehörige Produkt, sondern fĂŒr das ausgelöste Erlebnis. Die Einhaltung des eigenen Marken-Versprechens sorgt dafĂŒr, dass der Kunde nicht nur das erhĂ€lt, was er erwartet, sondern damit ĂŒbermĂ€ssig zufrieden ist. Eine gute Brand-Experience lĂ€sst sich vereinfacht so beschreiben: Der Kunde ist am Ende positiv ĂŒberrascht.
Alles hat ein Ende…
Sowohl Markenbildung als auch Brand-Experience hingegen nicht. Beide sind anhaltende, dynamische Prozesse, die sich mit der Zeit genauso wandeln, wie sich unsere Gesellschaft entwickelt. Möchtest du mehr darĂŒber erfahren, wie sich ein positives Nutzererlebnis definiert? Brand-Experience und User-Experience teilen viele BerĂŒhrungspunkte â oder sind vielleicht beide haargenau dasselbe? Das, die angeschnittene AIDA-Formel und weitere Marketing-Instrumente beleuchten wir in weiteren Blog-BeitrĂ€gen.