Google Maps hilft dir in vielen Lebenslagen und lĂ€uft plattformĂŒbergreifend auf allen wichtigen Systemen â auch auf dem iPhone. Seit einiger Zeit tritt man dort gegen Apple Maps an, das in den vergangenen zwölf Monaten grosse Fortschritte gemacht hat und nun auch eine der Paradedisziplinen von Google Maps angreift: die Streetview-Aufnahmen. Der Konkurrenzkampf zwischen den beiden Plattformen wird damit rauer â was der QualitĂ€t nur nĂŒtzt.
Es gibt viele Alternativen zu Google Maps, im Web und als App. Aber nur wenige erreichen eine breite Nutzerbasis; die meisten bleiben in ihren Nischen, in denen sie teilweise sogar besser abschneiden als Googles One-Stop-Shop. Der grösste Mitbewerber ist OpenStreetMap â allerdings nur im reinen Mapping- und Routing-Bereich, ohne kommerzielle Interessen dahinter. Bei Apple sieht das anders aus.
Auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC hat Apple Anfang der Woche angekĂŒndigt, dass Apple Maps eine Streetview-Funktion bekommt â stark angelehnt an Google Maps. Die Aufnahmen sind nicht zugekauft, sondern stammen von Apple selbst: aufgenommen in den vergangenen Monaten mit den typischen Kamerafahrzeugen und Kamera-RucksĂ€cken. Auch andere Unternehmen wie Bing sind mit solchem Equipment unterwegs; besonders auffĂ€llig ist das lĂ€ngst nicht mehr.
Wie stark Apples Streetview-Umsetzung am Ende wirklich sein wird, ist noch offen. Der Umfang wird zu Beginn deutlich kleiner sein als bei Google Maps â das war zu erwarten.
Apple baut aber nicht nur beim Funktionsumfang aus. Auch die DatenqualitĂ€t steht im Fokus â und zwar nicht mehr im Sinne von LĂŒcken schliessen, sondern mit dem Anspruch, das Kartenmaterial der Konkurrenz zu ĂŒbertrumpfen. Vor gut einem Jahr wurde bereits angekĂŒndigt, dass Apple die Erde kĂŒnftig selbst vermessen will, statt auf eingekaufte Daten angewiesen zu sein.
Gleichzeitig schafft Apple neue Verbreitungswege fĂŒr Apple Maps jenseits von iPhone und iPad: KĂŒrzlich wurde eine Kooperation mit DuckDuckGo verkĂŒndet, wodurch Apple Maps zum Standard-Kartendienst der Suchmaschine wird. Die Webversion von Apple Maps wurde ausgebaut, sodass Karten auch auf externen Websites eingebettet werden können.
Die eigentliche Frage ist, warum Apple diesen enormen und kostspieligen Aufwand betreibt. Apple ist kein grosser Datensammler â zumindest das eigene Selbstbild â und könnte sich mit den Karten-Apps im App Store, allen voran Google Maps, zufriedengeben. Ein GewinngeschĂ€ft wird Apple Maps wohl kaum werden: DafĂŒr brĂ€uchte es ein Werbenetzwerk oder Ă€hnliche Monetarisierungsstrukturen.
