IT-Security, auf gut deutsch «Informationssicherheit», darunter kann sich fast jeder im Ansatz etwas vorstellen. Die Bedrohung, die von Phishing-Mails und Malware ausgeht, kennen wir ebenfalls. In unserem Blog findest du viele weitere wissenswerte Artikel zum Thema. Auch sahen wir die unzÀhligen Tarnungen, hinter denen sich in Wahrheit oft schÀdliche Links oder AnhÀnge verstecken. Mal war es die WHO mit angeblichen Personendatenabfragen, ein anderes Mal die Sparkasse. Die Mails kamen nie tatsÀchlich von diesen Absendern.
Google ist nicht nur Suchmaschinen- und Software-Anbieter, sondern auch Experte in Sachen IT-Security. Weil sich nicht nur das Corona-Virus weltweit ausgebreitet hat, sondern auch virtuelle Viren gleichermassen an StĂ€rke gewinnen, ruft Google alle Anwender auf, die Funktionen fĂŒr den erweiterten Schutz vor Phishing und Malware zu nutzen.
Google IT-Security fĂŒr Privatpersonen
Obwohl die nachfolgende Auflistung recht kurz wirkt, mĂŒssen private Nutzer nicht besorgt sein. Google setzt ein sogenanntes Machine-Learning-Modell ein, das maschinell Wissen sammelt und Erkenntnisse daraus erzielt â es lernt also eigenstĂ€ndig. Bei jeder Nutzung greift automatisch die Google Safe Browsing API. Alle Bedrohungen, die Google bereits gefunden hat, sind dort gespeichert â wer den Chrome-Browser nutzt, profitiert von einer Blacklist, die auf potenziell schĂ€dliche Webseiten aufmerksam macht.
Trotz aller Vorkehrungen, die ohne dein Zutun bestehen, gibt Google folgende zusĂ€tzliche Tipps fĂŒr Privatnutzer:
- SicherheitsprĂŒfung: Auf dieser Homepage kannst du den Sicherheitscheck von Google durchfĂŒhren. Der Test geht schnell und zeigt dir sofort mehrere Dinge auf â welche GerĂ€te authentifiziert und verbunden sind, ob es besondere Vorkommnisse (wie etwa neue Zugriffe) gab, ob die 2-Schritte-Authentifizierung aktiv ist und welche Drittanbieter-Apps ebenfalls berechtigt sind. Ist ein Handy verknĂŒpft, wird sogar geprĂŒft, ob die Displaysperre aktiviert ist.
- Dokumentenvorschau in Gmail: EmpfĂ€ngst du eine E-Mail mit Anhang, öffne ihn nicht sofort. Fahr stattdessen mit dem Mauszeiger ĂŒber die Datei â dann siehst du die entsprechende Vorschau. Das ist kein vollwertiger Sicherheitsfaktor, bietet aber erste Indizien.
- IntegritĂ€tsprĂŒfung von URLs: Statt auf einen Link in Mails zu klicken, prĂŒfst du ihn vorab auf SeriositĂ€t. Das geht so: Tippe den erhaltenen Link in der Google-Suchleiste ein. Dadurch erhĂ€ltst du einige Ergebnisse und siehst, ob zum Beispiel auffĂ€llige Warnungen oder Google bekannte BetrugsfĂ€lle dabei sind.
Google IT-Security fĂŒr GeschĂ€ftskunden
Als Administrator in der G-Suite hast du nicht nur besondere Rechte, sondern auch ausgefeilte Möglichkeiten fĂŒr erweiterten Schutz. FĂŒr die Nutzung der aufgelisteten Sicherheitseinstellungen musst du dich vorab in der Google-Admin-Konsole anmelden. Von der Startseite der Konsole navigierst du ĂŒber «Apps» zu «G-Suite» und dann zu «Gmail». In diesem Bereich findest du die möglichen Einstellungen. Bei allen kannst du Folge-Aktionen festlegen. Du entscheidest zwischen:
- Warnung: Mails verbleiben im Posteingang, können geöffnet und gelesen werden, sind aber mit einem Banner hervorgehoben.
- In den Spamordner verschieben: Du kannst die Nachrichten immer noch öffnen und lesen, musst dazu aber vorher in den Spamordner wechseln. Bei Bedarf deklarierst du Mails dort als «kein Spam», um die Verschiebung rĂŒckgĂ€ngig zu machen. Beachte eventuell bestehende automatische Regeln zur Löschung von Spam.
- QuarantĂ€ne: Nur der Administrator sieht Mail und Inhalte. Er entscheidet, ob die betroffenen Nachrichten zulĂ€ssig sind â wird dies bestĂ€tigt, erfolgt die Zustellung wie ursprĂŒnglich vorgesehen.
Schutz vor AnhÀngen
Du hast die Wahl aus drei Optionen:
- VerschlĂŒsselte AnhĂ€nge / nicht vertrauenswĂŒrdige Absender: Hierbei geht es um AnhĂ€nge, die nicht automatisch entschlĂŒsselbar sind. ZusĂ€tzlich ist der Absender unbekannt oder bereits von Google als unsicher eingestuft.
- AnhĂ€nge mit Skripts / nicht vertrauenswĂŒrdige Absender: Skripts sind Programmiersprachen. Das AusfĂŒhren könnte betroffene Rechner beschĂ€digen.
- Ungewöhnliche Anhang-Typen: Hier geht es nicht darum, ob der Absender vertrauenswĂŒrdig ist. Du legst fest, welche Dateitypen in deiner Domain zulĂ€ssig sind â mit Blacklist und Whitelist definierst du, was empfangen werden darf und was nicht.
Schutz vor Links und externen Bildern
Mit ebenfalls drei Varianten kannst du:
- Links hinter verkĂŒrzten URLs ermitteln: Statt erst ĂŒber Google suchen zu mĂŒssen, wird hiermit sofort der vollstĂ€ndige Link dargestellt.
- Verlinkte Bilder prĂŒfen: Eine automatische PrĂŒfung auf gegebenenfalls versteckte und potenziell schĂ€dliche Inhalte.
- Klick-Warnung: Eines der praktischsten Mittel. In Gmail erscheint eine Warnung, wenn du den Link einer als nicht vertrauenswĂŒrdig definierten Domain anklickst.
Spoofing- und Authentifizierungsschutz
Da es hier etwas ausfĂŒhrlicher wird, vorab eine ErklĂ€rung: Spoofing steht in der IT-Security fĂŒr Manipulation oder Verschleierung der wahren IdentitĂ€t. Es ist das Betrugsmittel schlechthin â hinter fast jeder infizierten Mail steckt jemand, der sich daran bedient: der «nicht vertrauenswĂŒrdige Absender», den man in der Regel nicht vorher als solchen erkannt hat. In diesem Bereich stehen dir deutlich mehr Optionen zur VerfĂŒgung, zum Schutz gegen:
- Domain-Spoofing: Die eingehenden Mails Àhneln optisch deiner Domain oder zumindest den verwendeten Alias.
- Mitarbeiternamen-Spoofing: Der Name des Absenders lÀsst sich klar einem deiner Mitarbeiter zuordnen, aber die Adresse gehört nicht zu deiner Domain.
- Business Email Compromise (BEC): Ein E-Mail-Konto wird ohne Authentifizierung ĂŒber SPF oder DKIM genutzt (mehr zu diesen beiden Begriffen im nĂ€chsten Punkt).
- Sender Policy Framework (SPF) / Domain Keys Identified Mail (DKIM): Hier legst du fest, ĂŒber welche Domain eingehende Mails identifiziert werden mĂŒssen. Die Kombination beider Verfahren bildet den Rundumschutz.
- Google-Groups-Spoofing: Wer diesen Foren-Zusatzdienst nutzt: Auch klar definierte Gruppen und ihre Mitglieder können «gespooft» sein.
Die „Sandbox“ fĂŒr IT-Security
Ebenfalls den GeschĂ€ftskunden beziehungsweise den Usern der «G-Suite Enterprise» und «Enterprise for Education» vorbehalten, hat Google einen praktischen Zusatzdienst namens Sandbox. Wenn das herkömmliche Antivirenprogramm nicht mehr ausreicht, werden in diesem Sandkasten-Modus E-Mail-AnhĂ€nge in einer virtuellen Umgebung grĂŒndlich geprĂŒft. Sowohl Scan als auch simuliertes AusfĂŒhren sind in der Sandbox möglich.
Der Administrator kann sogar einrichten, dass alle empfangenen AnhĂ€nge vorab automatisch durch die Sandbox laufen. Alle MS-Windows- und -Office-tauglichen Dateien und PDF-Formate sind abgedeckt. Damit enthĂ€lt die Sandbox allerdings einen geringfĂŒgigen Nachteil: Im heutigen Spam- und Phishing-Bereich kommen auch hĂ€ufig ganz andere Dateitypen zum Einsatz.