Covid Cybercrime: auch Kriminelle ändern ihr Verhalten

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Covid Cybercrime

Oft, wenn wir glauben, wir wissen schon alles über Cybercrime, werfen uns Krisen wie die durch Covid-19 scheinbar um Jahre zurück. Sicherheitsforscher haben herausgefunden: Cyberkriminelle reagieren genauso auf die Pandemie wie die Nutzer — nur eben nicht mit Zurückhaltung.

MELANI analysiert Cybercrime während Covid-Pandemie

Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung MELANI hat kürzlich den 31. Halbjahresbericht publiziert. Gegenstand sind alle in der ersten Jahreshälfte registrierten Cybervorfälle — Covid-19 ist damit quasi automatisch das Schwerpunktthema. MELANI gibt in einzelnen Kapiteln Überblick über gezielte Cyberattacken, Spionage, Phishing und Schadsoftware-Verbreitung.

Wir schauen uns vor allem die Abschnitte an, in denen ein klarer Zusammenhang von Cybercrime mit Covid-19 erkennbar ist.

Cybercrime via Covid-Social-Engineering

Social Engineering begegnet uns immer wieder, wenn wir uns mit Cybercrime befassen. Der Begriff bezeichnet die Manipulation über soziale Kanäle — wobei das nicht auf Social-Media-Plattformen beschränkt ist. Es gibt verschiedene Formen des Social Engineerings, die weit abseits von Facebook und Co. stattfinden.

Jedes Medium, das für sozialen Austausch genutzt wird, ist ein potenzielles Angriffsziel: E-Mails, Messenger-Dienste, Werbeanzeigen, gefälschte Webshop-Angebote.

Der MELANI-Bericht zeigt: Fast alle Schadsoftware-Varianten wurden über einen Covid-Vorwand verbreitet. Einige Beispiele:

  • Fake News auf WhatsApp und Social Media, die Opfer auf schädliche Webseiten leiten
  • breit gestreute Phishing-Mails, die angeblich Covid-19-Informationen liefern
  • exponentiell gewachsene Fake Shops mit Angeboten wie Atemschutzmasken
  • gefälschte Webseiten für Datendiebstahl, die mit staatlicher Krisenunterstützung werben

Phishing via Mail bleibt grösster Cybercrime-Angriffsvektor, auch bei Covid-19

MELANI kommt zum Schluss: Auch während der Covid-19-Krise konzentriert sich Cybercrime vorrangig auf Phishing. Die Verbreitung von Schadsoftware via infizierter E-Mail-Anhänge bleibt das grösste Risiko — weil sie bis heute die höchste Erfolgsrate erzielt. Phishing ist ausserdem beliebt, weil der Aufwand vergleichsweise gering ist.

Schadcode in Apps ist aufwändiger: Die müssen zuerst an den Sicherheitsprüfungen des Google Play Store oder des Apple App Store vorbeikommen. Trotzdem hat MELANI auch solche Vertreter während der Pandemie registriert.

Nutzer ändern ihr Verhalten – Cyberkriminelle auch

Kriminelle passen sich gezielt auf das durch die Krise geänderte Nutzerverhalten an. Das zeigen die Daten klar.

Wir suchen nach Informationen über Covid-19 — Cyberkriminelle locken mit falschen Angaben. Wir suchen Schutz vor dem Virus — Kriminelle erstellen gefälschte Angebote. Unternehmen sind durch die Krise geschwächt — Hacker nutzen das für DDoS-Attacken, die weiteren finanziellen Schaden anrichten.

Das geänderte Verhalten der Nutzer ist verständlich, die Unsicherheit gross. Mit konsequenter IT-Security Awareness lässt sich Covid-19-Cybercrime jedoch wirksam begegnen.

Tags: CybercrimeKennzahlenStudie
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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