Keyword Kannibalismus: SEO-Unwort des Jahres?

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Keyword Kannibalismus

Ja, Kannibalismus gibt es auch im SEO-Bereich. Und wie die ursprüngliche Definition schon verrät, geht es auch dort um den Verzehr gleichartiger «Lebensformen» — nur dass es sich um Keywords handelt. Was die etwas perfide Bezeichnung innerhalb SEO genau bedeutet und ob es wirklich etwas Schlechtes ist: das klären wir hier.

Definition „Keyword Kannibalismus“

Keyword Kannibalismus liegt vor, wenn mehrere Unterseiten einer einzigen Webseite dieselben Schlagworte nutzen. Im SEO-Ranking machen sich die Keywords dadurch gegenseitig Konkurrenz. Im schlimmsten Fall «fressen» sie sich auf — daher der Begriff. Im Klartext: Alle Seiten verfolgen zwar dieselbe Absicht, werden aber unfreiwillig zu Gegnern.

Wann ist Keyword Kannibalismus ein Problem?

Nicht immer ist es problematisch, wenn verschiedene Unterseiten auf dasselbe Keyword ausgerichtet sind. Im Ranking passiert es aber zunehmend, dass einzelne Seiten einfach untergehen — ungewollt, ungeplant.

Der Hintergrund ist simpel. Suchmaschinen wie Google oder Bing analysieren Seiteninhalte algorithmisch und vergleichen Treffer untereinander. Besser bewertet wird, wer den User-Intent besser bedient und SEO-technisch sauber aufgestellt ist. Wer schlechter abschneidet, verschwindet im Ranking.

Aus dem Problem eine Lösung machen

Stell dir vor, Google findet zwei Unterseiten mit nahezu identischer Keyword-Konzentration. Unter dem Faktor User-Intent — also der Absicht hinter einer Suchanfrage — entscheidet sich die Suchmaschine für eine davon. Der andere Treffer fliegt im schlimmsten Fall komplett raus. Das wäre Keyword Kannibalismus.

Das heisst aber nicht, dass du bestehende Unterseiten zusammenlegen musst. Auch eine komplette Keyword-Überarbeitung ist meist nicht nötig. Stattdessen legst du den Fokus jeder Seite neu aus.

Folgen wir der Nutzer-Intention, müssen deine Unterseiten unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen. Beispiel: Deine Landing-Page beschreibt deine Marke, Dienstleistungen und Produkte — mit passenden Keywords. Auf Unterseiten tauchen dieselben Aspekte erneut auf. Aber die Landing-Page dient primär der Information. Weitere Seiten verfolgen einen anderen Zweck — etwa den direkten Verkauf.

Ein Gegenbeispiel

Suchst du nach einem spezifischen Produkt der Marke Apple, findest du in den Suchergebnissen oft zwei Seiten, die gleich gut ranken: einmal die Homepage, einmal der Webshop. Je nachdem, ob du dich nur informieren oder direkt kaufen willst — du wirst fündig.

Die Treffer haben sich also nicht gegenseitig aufgefressen. Würde Apple mit beiden Seiten exakt denselben Zweck erfüllen, sähe das Ranking unter Garantie anders aus.

Keyword Kannibalismus „unterbinden“

Lässt sich eine Unterseite nicht sinnvoll neu ausrichten und leidet das Ranking darunter, gibt es andere Schritte, die weiterhelfen. Willst du einzelne Seiten aus den Suchergebnissen verbannen, hier einige konkrete Möglichkeiten:

  • Seiten aus dem Index nehmen: Die bekanntesten Befehle dafür sind «nofollow» und «noindex». Crawler untersuchen den Inhalt zwar noch, werten ihn aber nicht mehr fürs Ranking.
  • Synonyme für die Keyword-Optimierung verwenden: In der Praxis hat es sich oft bewährt, dem Hauptschlagwort der gut platzierten Seite ein Synonym hinzuzufügen — das dann auf den Unterseiten zum Einsatz kommt.
  • Willst du nur einmal «Platz 1» belegen, stärke diesen Treffer gezielt mit Keywords. Den anderen Seiten, die unter Keyword Kannibalismus leiden, sollte dasselbe Keyword entzogen werden.
  • Zusätzliches Linkbuilding stärkt die bevorzugte Seite ebenfalls. Integriere sowohl interne als auch externe Links, um Autorität und Relevanz zu erhöhen.

„Inventur“ der Website lohnt sich!

Ohne Plan geht nichts — das gilt auch im SEO. Eine Art Inventur lohnt sich deshalb schon bevor du eine neue Webseite aufsetzt oder Unterseiten hinzufügst. Welche Keywords dominieren bereits? Welche Intention bringt deine Besucher auf die Homepage? Und welche Zielsetzung verfolgst du selbst?

Mehrwert wird von Suchmaschinen belohnt — mit gutem Ranking. Überleg dir also vorher, welchen konkreten Nutzen du deinen Kunden mit neuen Seiten bietest. Nicht alles auf den Verkauf fokussieren, sondern auch ein Erlebnis drumherum schaffen. Denn die User Experience ist es letztendlich, die den Unterschied im Ranking macht.

Tags: ContentWebseite
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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