Mit Kreativitätstechniken zur rasanten Ideenfindung

Geschrieben von
Miriam Schäfer
Kreativitätstechniken

In diesem Blog findest du so ziemlich alles rund um Webanalyse, Cloud, IT-Security und SEA/SEO. In welche Schublade könnte man da Kreativitätstechniken stecken? Tatsächlich setzen viele Marketer solche Methoden ein, um möglichst schnell zur nächsten zündenden Idee zu gelangen. Heute bewegen wir uns einmal abseits des Marketing-Mainstreams und stellen dir beliebte Mittel vor, mit denen auch du deiner Inspiration auf die Sprünge hilfst.

Kreativitätstechniken für jede Situation

Auch wer nichts mit Marketing am Hut hat, sollte hier weiterlesen. Denn die Kreativitätstechniken, die wir nachfolgend vorstellen, haben einen praktischen Vorteil: Sie sind jederzeit und überall anwendbar — im Büro, um den nächsten Auftrag zu landen, oder zu Hause für den privaten Gebrauch.

Bei der Ideenfindung kommt es zuerst auf den Anlass an. Die Fragestellung bestimmt die Zielsetzung. Nicht jede Methode passt zu jeder Fragestellung. Für fast alle Kreativitätstechniken gilt daher: Probieren geht über Studieren!

Brainstorming im Kopfstand

Klingt ungewöhnlich, ist aber wirkungsvoll: Bei der Kopfstand-Methode geht es darum, bisherige Denkmuster konsequent umzukehren. Wir neigen dazu, bereits «erprobte» Denkmuster so tief zu verankern, dass sie bei der nächsten Ideenfindung im Weg stehen. «Vergessen» ist die Devise.

Die Umkehrung geschieht über eine Umformulierung der Fragestellung ins Gegenteil. Ein geschäftliches Beispiel: Statt «Wie optimiere ich meinen Arbeitsprozess?» fragst du «Wie gestalte ich den Prozess noch schlechter?». Privat funktioniert das noch direkter: Statt «Was tue ich als Nächstes?» stellst du dir die Frage «Was tue ich auf keinen Fall als Nächstes?». Durch diese Umkehrung tauchen Ideen auf, die vorher nicht sichtbar waren.

Kreativitätstechniken im 6-3-5-Stil

Diese Technik ist im Marketing verbreitet, lässt sich mit kleinen Anpassungen aber überall einsetzen. Die Methode: 6 Teilnehmer erhalten Blätter mit je 3 Spalten und 6 Zeilen. Jede Person füllt eine Zeile mit drei eigenen Ideen, gibt das Blatt weiter — die nächste Person ergänzt drei weitere. Das läuft so lange, bis nach allen Durchgängen ein breites Sammelsurium unterschiedlicher Ideen entstanden ist.

Die Zahl 5 steht für die Dauer (in Minuten) pro Ideenrunde. Die 6-3-5-Technik lässt sich frei variieren — je mehr Teilnehmer, desto mehr individuelle Ideen kommen zusammen.

Kreativitätstechniken in interdisziplinären Teams

Der interdisziplinäre Denkansatz macht bei Kreativitätstechniken besonders viel Sinn. Die Fragestellungen bewegen sich meist in einem fachübergreifenden Bereich. Ein Paradebeispiel ist Scamper — 1997 entwickelt, verfolgt es die Neuentwicklung einer Idee aus einer bestehenden, strukturiert als Checkliste.

Damit die Technik sowohl beruflich als auch privat funktioniert, passen wir die sieben Grundfragen leicht an:

  1. Was oder welchen Teil meiner bisherigen Idee ersetze ich durch etwas Neues? (S für Substitute)
  2. Wie verbessere ich meine bisherige Idee durch eine Kombination mit anderen Ansätzen? (C für Combine)
  3. Wie adaptiere ich positive Merkmale anderer Ideen und füge sie meiner eigenen hinzu? (A für Adaption)
  4. Wie hebe ich bereits bestehende positive Faktoren meiner Idee besonders hervor? (M für Magnify — vergrössern, verstärken, hervorheben)
  5. Erfüllt meine Idee noch weitere Zwecke, die ich bisher nicht einbezogen habe? (P für Put-to-another-use)
  6. Inwiefern kann ich meine Idee weiter vereinfachen? (E für Eliminate, z.B. störende Faktoren)
  7. Wie schaffe ich zusätzlichen Mehrwert, indem ich meine Idee umgestalte? (R für Rearrange)

Das Analogie-Rollenspiel

Analogie steht für Ähnlichkeit oder Entsprechung. Über eine rhetorische Figur stellen wir ein Verhältnis zwischen Dingen oder Eigenschaften bildlich dar. Das Analogie-Rollenspiel dient dazu, sich in Bezug auf eine Idee in eine andere Sichtweise zu versetzen.

Du nimmst dazu die Perspektive deiner eigenen Fragestellung ein — daraus entwickeln sich im kreativen Prozess weiterführende Fragen. Ein Beispiel: Du denkst über die Neuanschaffung eines Produkts nach, beruflich oder privat. Versetze dich in die Rolle des Produkts. Was ist mein Ziel oder Verwendungszweck? Welche Eigenschaften zeichnen mich für mein Einsatzgebiet aus? Wie hebe ich mich von konkurrierenden Produkten ab?

Netnography

Netnography setzt sich aus Internet und Ethnografie zusammen — Ethnografie beschreibt Methoden der Völker- und Menschenkunde. Für die Ideenfindung nutzt du diese Methode, indem du dir Communitys im Netz ansiehst. Und was eignet sich dafür besser als Social Media?

Netnography beruht auf der Beobachtung menschlichen Verhaltens im Netz. Wenn es um Ideenfindung geht, lässt sich dort viel abschauen. Du gibst ein Stichwort, um das sich deine gesuchte Idee dreht, ins Suchfeld der Social-Media-Plattform deiner Wahl ein — und siehst sofort aktuelle Diskussionen, Beiträge und News zu diesem Thema. Ein direkter Weg zur nächsten Inspiration.

Kreativitätstechniken nach individuellem Muster

Nicht jede Kreativitätstechnik passt zu jeder Situation. Ob die nächste Idee einem beruflichen oder privaten Zweck dienen soll, spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl der Methode.

Darüber hinaus gibt es noch eine Vielzahl weiterer Kreativitätstechniken. Wer es unkomplizierter mag, greift zu Mindmaps, Pinnwänden oder dem klassischen Brainstorming. Es gibt sogar Techniken, die sich gezielt mit Assoziationen — etwa von Farben — beschäftigen.

Wenn du nach noch mehr Inspiration suchst, empfehlen wir dir unsere weiteren Artikel, die ebenfalls einen Blick in die Psychologie werfen: Wir haben ein psychologisches Profiling typischer Social-Media-User unternommen, und auch das Webdesign kommt nicht ohne Farbpsychologie aus.

Tags: Projektmanagement
Über die Autor:in

Miriam Schäfer

Social Media und redaktionelle Inhaltspflege rundum.dog seit April 2026. Schreibt für dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, Social-Media-Trends und KI-Themen.

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