Mit diesen 6 Regeln bringen Sie Ihren Onlineshop durch die Krise

Geschrieben von
Roger Klein
Google Shopping

Vielleicht hast du ja auch schon mal den Mythos gehört, in China würde man für „Krise“ dasselbe Schriftzeichen verwenden wie für „Gelegenheit“. Das stimmt so nicht – leider, denn dieser Ansatz ist gar nicht so verkehrt. Aber wie stellt man es an, die Krise zu überstehen und das Beste aus der Situation zu machen? Ein Patentrezept gibt es nicht, aber Orientierung für den Weg durch und aus den schwierigen Zeiten können folgende Regeln bieten:

Regel 1: solide Basis statt blindem Aktionismus

Auch wenn die Situation mehr als beunruhigend ist, setz besser nicht auf überstürzte Aktionen, von denen du dir einen sofortigen Effekt erhoffst. Sowohl ungesunde Rabattaktionen als auch radikale Einsparungen werden auf lange Sicht mehr schaden als nützen. Setz lieber auf eine Stabilisierung deiner Basis, um deine Handlungsfähigkeit dauerhaft zu stärken. Dafür solltest du folgende Schritte angehen:

  • Liefer- und Versandfähigkeit sicherstellen: Organisiere Abläufe so, dass deine Lieferfähigkeit erhalten bleibt – etwa indem du Arbeitszeiten und -möglichkeiten flexibilisierst. Pass Versandtermine an, falls nötig. Halt Kontakt mit deinen Lieferanten und Versanddiensten, um rechtzeitig über Probleme informiert zu sein. Lote mögliche alternative Anbieter aus, damit du im Notfall schnell umsteigen kannst.
  • Vorhandenes Potenzial ausschöpfen: Mach jetzt das Beste aus deinen Möglichkeiten, um den Umsatzeinbruch zu minimieren. Erhöhe beispielsweise dort die Preise, wo du mit Verfügbarkeit punkten kannst. Setz auf erhöhte Präsenz, nutz Shoppingportale und zusätzliche Vertriebskanäle. Beachte dabei auch internationale Vermarktungsmöglichkeiten – in Ländern mit strengen Ausgangssperren steigt das Potenzial für Onlineshops gerade deutlich. Reagiere mit entsprechenden Kampagnen und Anzeigen.

Regel 2: erst Lage prüfen, dann Massnahmen ergreifen

Besondere Situationen erfordern besondere Massnahmen – aber die sollten zielgerichtet sein. Wirf deshalb zunächst einen genauen Blick auf deine Ausgangslage. Besonders diese Faktoren zählen:

  • Wie läuft es bei mir?: Überdenke, wie deine wirtschaftliche Lage ist, welche Kostenfaktoren du berücksichtigen musst, welche Reserven du ausschöpfen kannst und wie lange sich die schwierige Situation überbrücken lässt. So gewinnst du eine Übersicht über deinen Spielraum und kannst entsprechend planen und handeln.
  • Wie läuft es im Shop?: Besonders jetzt ist es wichtig, die Lage im Onlineshop genau im Blick zu behalten. Was läuft gut, was nicht? Wo steigt die Nachfrage, wo fällt sie? Wie könnte sie sich weiterentwickeln? Aus diesen Informationen kannst du Anreize ziehen, dein Sortiment anzupassen und gezielt zu vermarkten.
  • Wie läuft es beim Kunden?: Zu wissen, was in deiner Zielgruppe vorgeht, ist entscheidend. Am einfachsten erfährst du das über Social-Media-Monitoring. Was wird gepostet und kommentiert, wie ist die Stimmung? Pass deinen Auftritt an die Bedürfnisse und Sorgen deiner Zielgruppe an.

Regel 3: unsichere Zeiten erfordern flexibles Marketing

Die Krise hat die Gesamtsituation fundamental geändert. Das bedeutet: Bestehende Marketingpläne müssen auf den Prüfstand. Geplante saisonale Aktionen oder Imagekampagnen sind vielleicht unpassend geworden oder nicht mehr erfolgversprechend. Was muss verschoben, angepasst oder gänzlich gestrichen werden? Hier gilt:

  • Nichts überstürzen: Noch ist unabsehbar, wie sich die Situation in den nächsten Monaten entwickeln wird. Was du geplant hast, könnte sinnlos werden, muss es aber nicht. Wenn die Krisen-Nachrichten sich überschlagen, schenkt niemand einer noch so gut durchdachten Marketingkampagne Beachtung. Irgendwann könnte sie aber wieder erfolgreich sein. Wirf deine Pläne also nicht gleich über den Haufen.
  • Kosten und Nutzen abwägen: Natürlich muss man auch in Krisen weiter investieren – aber nicht in teure Kampagnen, die wegen der aktuellen Lage unbeachtet verpuffen. Wäg also ab, welche Investition überhaupt Sinn ergibt.
  • Neuerungen zurückstellen: In Krisenzeiten sehnen sich die Menschen nach Vertrautem. Den Shop umzugestalten, einen neuen Namen oder ein neues Logo einzuführen – dafür ist jetzt der denkbar ungünstigste Moment. Leg solche Pläne vorerst auf Eis.

Regel 4: das passende Image kommunizieren

Viele Menschen reagieren gerade besonders sensibel auf Inhalte. Als Onlinehändler kannst du dich damit unbeliebt machen – oder punkten. Prüf deshalb deinen Auftritt und pass ihn an:

  • Was passt nicht?: Welche Bilder oder welche Wortwahl könnten jetzt als unpassend empfunden werden? Prüf geplante Anzeigen, Inhalte und Richtlinien auf möglicherweise verfänglichen Content. Ein Posting mit fragwürdigem Humor oder ein Newsletter mit Inspirationen für die nächste Party – das wirkt im besten Fall irritierend, im schlimmsten Fall löst es einen Shitstorm aus. Beachte dabei auch, dass das Wort „Corona“ gegen Werberichtlinien verstossen und zur Domainsperrung führen kann.
  • Was könnte jetzt passen?: Sicherheit und Gemeinschaft sind in Krisenzeiten gefragt. Kommuniziere Nähe zum Kunden und rück die Vorteile, die du gerade bieten kannst, in den Vordergrund. Welche deiner Möglichkeiten und Angebote sind jetzt besonders hilfreich? Triff den richtigen Ton: Du nimmst die Krise ernst, stehst aber für eine positive Herangehensweise und Verlässlichkeit.

Regel 5: massgeschneiderte Ansätze definieren

Viele Händler verspüren in Krisen den Impuls zu überreagieren – oder verfallen in Schockstarre und reagieren gar nicht. Beides kann für den Shop fatal sein. Deshalb gilt:

  • Spielräume definieren: Verschaff dir Klarheit über deine aktuellen Spielräume bei Kosten und Marge und pass die Vorgaben nötigenfalls an. Wer mit Smart Bidding oder Ähnlichem arbeitet, sollte wissen: Solche Algorithmen basieren auf Erfahrungswerten – und genau die fehlen für die aktuelle Situation. Passe die Gebotssteuerung sicherheitshalber an oder arbeite manuell.
  • Detailarbeit beim SEA-Marketing: Um vorhandenes Potenzial günstig zu platzieren und in problematischen Bereichen zu sparen, steuere SEA-Kampagnen jetzt detailliert und in engem Abgleich mit der Agentur. Pass Budgets an, push, pausiere oder bremse Produktgruppen je nach Bedarf.
  • Vorsicht bei dynamischer Produktplatzierung und Display Ads: Hier können sich jetzt ungünstige Effekte entwickeln. Auf das veränderte Surfverhalten reagieren die Algorithmen mit gesteigerten Impressionen – das steigert momentan nicht deine Sales, dafür aber deine Kosten. Steuer dagegen, falls nötig.
  • Social-Media-Advertising geschickt nutzen: Hier ist mit erhöhter Aktivität zu rechnen, was günstig für dich sein kann – aber nur, solange die Conversionrate stimmt. Wäg also auch hier Kosten und Nutzen ab und behalte die Lage im Blick.

Regel 6: zukunftsorientiert denken

Wenn du erst einmal Ordnung ins derzeitige Chaos gebracht und den Betrieb den Umständen angepasst hast, kannst du nach den Gelegenheiten in der Krise suchen. Ein paar Ansätze:

  • Zeit für Überfälliges: Im Alltagsgeschäft ist für viele Dinge nie genug Zeit – Produktinformationen optimieren, Kundendatenpflege, SEO-Arbeit oder Content-Produktion. Rückläufige Bestellungen und weniger Kundenanfragen eröffnen dir jetzt die nötigen Kapazitäten. Wenn es wieder bergauf geht, bist du optimal vorbereitet.
  • Zeit für Arbeit an der eigenen Marke: Jetzt hast du die Gelegenheit, deine Markenidentität zu prüfen und zu optimieren – und dich so für die Zukunft besser zu positionieren.
  • Zeit für Arbeit am Kunden: Neukundenakquise ist in der aktuellen Krise schwierig und teuer. Gute Conversionrates und Umsätze bringen ohnehin vor allem Bestandskunden. Jetzt ist also ein guter Moment, den Fokus auf Kundenbindung zu legen. Bleib im Gedächtnis – damit deine Kunden spätestens nach der Krise wiederkommen.

Weder panischer Aktionismus noch Schockstarre sind die richtigen Reaktionen in Krisenzeiten. Ruhe bewahren, die Lage überblicken, intelligent vorgehen und Potenziale aufbauen – das ist jetzt gefragt. Gerade der Onlinehandel hat die Möglichkeit, die Krise zur Gelegenheit zu machen: Er bietet Einkaufsmöglichkeiten, die im stationären Handel grossteils zum Erliegen gekommen sind. Bereit sein zum Durchstarten, wenn es wieder läuft – das ist die Devise.

Tags: E-CommerceMarkenbildungOnline-Marketing
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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