Ob du KI-Inhalte kennzeichnen musst, hĂ€ngt vom Kontext ab: rechtlich, journalistisch und im kommerziellen Bereich. Dazu kommen Unterschiede zwischen den LĂ€ndern. Was im DACH-Raum gilt, findest du hier im Ăberblick.
KI-Inhalte kennzeichnen: Regelungen in Deutschland
Gesetzliche Grundlage: UWG â Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (unlauterer Wettbewerb)
§ 5 UWG: IrrefĂŒhrende geschĂ€ftliche Handlungen sind verboten.
§ 5 Abs. 1 Nr. 1 UWG: Verbraucher:innen dĂŒrfen nicht ĂŒber die Art oder Herkunft von Waren und Dienstleistungen getĂ€uscht werden.
Folge fĂŒr KI: Texte oder Bilder, die KI-generiert sind, mĂŒssen gekennzeichnet werden, wenn ansonsten ein falscher Eindruck entsteht â etwa dass ein Mensch sie erstellt hat oder ein Unternehmen direkt dahintersteht.
Telemediengesetz (TMG) / Rundfunkstaatsvertrag: Keine explizite Kennzeichnungspflicht fĂŒr KI-Inhalte. Bei journalistischen oder redaktionellen Angeboten gelten aber Transparenz- und Informationspflichten. Der Deutsche Presserat empfiehlt, KI-generierte journalistische Inhalte deutlich zu kennzeichnen â Formulierungshilfe: «Dieser Artikel wurde mithilfe von KI erstellt».
Akademischer Bereich: KI-gestĂŒtzte Inhalte mĂŒssen in Arbeiten korrekt zitiert oder deklariert werden, um PlagiatsvorwĂŒrfe zu vermeiden.
KI-Inhalte kennzeichnen: Regelungen in Ăsterreich
Gesetzliche Grundlage: UWG â Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (UWG 2004) & Konsumentenschutzgesetz (KSchG)
§ 1 UWG: IrrefĂŒhrung von Verbraucher:innen ist unzulĂ€ssig.
§ 2 UWG: GeschĂ€ftspraktiken mĂŒssen transparent sein.
Folge fĂŒr KI: Beeinflusst KI-Content eine Kaufentscheidung, muss klar sein, dass er automatisiert erzeugt wurde.
KSchG-Grundsatz: Konsument:innen mĂŒssen informiert werden â TĂ€uschung ist unzulĂ€ssig. Konkret heisst das: KI-generierte Werbung oder Produkttexte sollten gekennzeichnet sein. Das empfiehlt auch der Verein fĂŒr Konsumenteninformation (VKI).
KI-Inhalte kennzeichnen: Regelungen in der Schweiz
Gesetzliche Grundlage: UWG â Bundesgesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (SR 241) & Obligationenrecht (OR, SR 220)
Art. 3 UWG: IrrefĂŒhrende GeschĂ€ftspraktiken sind verboten.
Art. 1 OR: Treu und Glauben, Grundsatz der fairen Information.
Bedeutung fĂŒr KI-Inhalte: Wer automatisierte Inhalte nutzt, muss korrekt informieren â besonders bei kommerzieller Nutzung. KI-generierte Inhalte mĂŒssen also gekennzeichnet werden, wenn Konsument:innen sonst getĂ€uscht werden könnten.
Was gilt wo: Regelungen im Vergleich
| Land | Rechtliche Grundlage | Empfehlungen / VerbĂ€nde | Praxisbeispiel fĂŒr KI-Kennzeichnung |
|---|---|---|---|
| Deutschland | UWG §5, TMG | Deutscher Presserat, Bitkom | âDieser Text wurde mithilfe von KI erstellt“ |
| Ăsterreich | UWG §1â2, KSchG | Ăsterreichischer Presserat, VKI | âKI-generierter Inhalt“ oder âTeilweise mit KI erstellt“ |
| Schweiz | UWG Art. 3, OR Art. 1 | Schweizer Presserat / MedienverbĂ€nde | âInhalt erstellt mit KI“ oder âKI-gestĂŒtzte Textproduktion“ |
KI-Inhalte kennzeichnen: Checkliste
- PrĂŒfe, ob der Inhalt KI-gestĂŒtzt ist: Wurde der Text oder das Bild ganz oder teilweise mit einer KI erstellt?
- PrĂŒfe, ob eine Kennzeichnung sinnvoll ist. Das ist der Fall, wenn:
- Leser:innen denken könnten, der Text stamme komplett von einer echten Person.
- Inhalte werblich oder kommerziell genutzt werden (Produkte, Dienstleistungen, Affiliate-Links).
- Der Beitrag journalistisch oder redaktionell veröffentlicht wird.
- Inhalte wissenschaftlich oder akademisch genutzt werden (FachbeitrÀge, Abschlussarbeiten etc.).
Keine Kennzeichnungspflicht besteht, wenn:
- Der Text rein privat oder intern genutzt wird.
- Der Einsatz von KI fĂŒr Entscheidungen der Leser:innen nicht relevant ist.
KI-Inhalte kennzeichnen: Best Practices
- Platzierung: Am Ende eines Beitrags, klar ersichtlich â etwa als Fussnote. Betrifft es nur Teilabschnitte, direkt an der jeweiligen Stelle.
- Formulierung: Kurz, neutral, transparent. Zum Beispiel:
- «Teile dieses Textes wurden mithilfe von KI erstellt.»
- «Dieser Artikel enthÀlt KI-generierte Inhalte.»
- «Inhalt teilweise KI-gestĂŒtzt.»
- Dokumentation: Halte fest, welche Arbeiten du mit KI-UnterstĂŒtzung erstellt hast. Das schafft Nachvollziehbarkeit und kann bei rechtlichen Auseinandersetzungen als Nachweis dienen.
- Rechtliche Entwicklungen beobachten: Weitere Regulierungen â etwa der EU AI Act â könnten verbindlich werden. Bleib auf dem Laufenden.