Erstmals erschienen im April 2014, im Oktober 2026 neu geschrieben.
Einen Webshop aufzusetzen, ist heute schnell gemacht. Die Arbeit steckt in den Produktbeschreibungen. Im Laden kann der Kunde die Ware anfassen und jemanden fragen. Im Webshop hat er ein Foto und deinen Text. Dieser Text muss das Verkaufsgespräch ersetzen.
Eine Textstruktur, die funktioniert
Eine Produktbeschreibung muss kein Aufsatz sein. Bewährt hat sich diese Reihenfolge:
- Ein Satz, der sagt, was das Produkt ist und für wen.
- Drei bis fünf Vorteile aus Sicht des Käufers.
- Die technischen Daten als Liste.
- Antworten auf die üblichen Einwände: Lieferung, Rückgabe, Pflege, Garantie.
Wer es eilig hat, liest den ersten Satz und die Liste. Wer unsicher ist, liest alles.
Erst der Nutzen, dann das Merkmal
«Akku mit 5000 mAh» ist ein Merkmal. «Hält zwei Tage ohne Steckdose» ist der Nutzen. Deine Kunden kaufen den Nutzen.
Geh jedes Merkmal durch und frag: Was hat der Käufer davon? Steht die Antwort nicht im Text, fehlt sie. Das Merkmal selbst gehört trotzdem auf die Seite, nämlich in die Liste der technischen Daten. Wer vergleicht, sucht genau danach.
Zahlen brauchen einen Vergleich
«42 Liter Volumen» sagt den wenigsten etwas. «Platz für das Gepäck einer Woche» versteht jeder. Wo immer eine Zahl steht, hilft ein Vergleich aus dem Alltag: so gross wie, so schwer wie, reicht für.
Dasselbe gilt für Ersparnisse. «Energieeffizient» ist ein leeres Wort. «Braucht halb so viel Strom wie das Vorgängermodell» ist eine Aussage, sofern sie stimmt.
Leere Wörter streichen
«Hochwertig», «einzigartig», «erstklassig», «innovativ»: Diese Wörter stehen in jedem Shop und sagen darum nichts. Streich sie und schreib hin, was du damit meinst. Aus «hochwertige Verarbeitung» wird «doppelte Nähte, Reissverschluss aus Metall».
Ein, zwei Adjektive pro Absatz genügen. Kurze Sätze helfen beim Lesen und beim Verkaufen.
Schreib aus eigener Erfahrung
Die meisten Shops gehören kleinen Firmen, und die Leute dahinter kennen ihre Ware. Das ist dein Vorteil gegenüber den Grossen. Schreib, wofür du das Produkt selbst brauchst, was dir daran auffiel und für wen es sich nicht eignet.
Eine kurze Geschichte bleibt besser im Kopf als eine Aufzählung. «Wir hatten den Rucksack drei Wochen in Schottland dabei, im Dauerregen blieb alles trocken» überzeugt mehr als «wasserdicht».
Eigener Text statt Herstellertext
Der Text des Herstellers steht wortgleich in Dutzenden anderen Shops. Suchmaschinen zeigen bei gleichen Texten meist nur eine Fundstelle, und das ist selten der kleinste Anbieter. Ein eigener Text ist darum doppelt nützlich: für den Käufer und für die Auffindbarkeit.
Verwende dabei die Wörter, mit denen deine Kunden suchen, im Produktnamen und im ersten Satz. Wie du sie findest, steht im Beitrag Keywords für deine Internetseite. Wiederholen musst du sie nicht.
Lass gegenlesen
Tippfehler lassen ein Angebot nachlässig wirken, und wer dem Text nicht traut, traut auch dem Shop nicht. Eigene Fehler übersieht man. Gib den Text einer zweiten Person, bevor er online geht, oder lies ihn am nächsten Tag laut vor.
Fang nicht mit allen Produkten an. Nimm die zehn, die du am meisten verkaufst, und überarbeite diese zuerst.