Zum Inhalt springen

Vorsicht vor Twint Betrugsmasche: Cyberkriminelle nutzen Zahlungsanfragen

Geschrieben von
Miriam SchÀfer
Symbolfoto Twint Betrugsmaschen

Die Schweizer Bezahl-App Twint gehört fĂŒr viele zum Alltag – umso Ă€rgerlicher, dass gerade neue Betrugsmaschen kursieren. BetrĂŒger schicken Zahlungsanfragen, die in unaufmerksamen Momenten bestĂ€tigt werden sollen. Das Bundesamt fĂŒr Cybersicherheit (BACS) warnt vor gezielten Angriffen, die besonders frĂŒh morgens oder spĂ€t nachts auftauchen – dann, wenn du dein GerĂ€t eher beilĂ€ufig entsperrst.

Die neue Twint Betrugsmasche: Zahlungsanfragen getarnt als Zahlungsempfang

Viele greifen morgens als Erstes zum Handy. Nachrichten checken, Wetter ansehen – und dann erscheint eine Twint-Mitteilung. Genau diesen Moment der Routine wollen BetrĂŒger ausnutzen.

Der Angriff lÀuft nach einem einfachen Prinzip:

  1. Du erhĂ€ltst frĂŒh morgens oder mitten in der Nacht eine Zahlungsanfrage.
  2. Der Text klingt so, als wĂŒrdest du eine Zahlung erhalten – z. B. «Mit Dank zurĂŒck» oder «Schulden von gestern».
  3. Wer im Halbschlaf ist oder nicht genau hinsieht, tippt schnell auf «BestÀtigen».
  4. Statt Geld zu erhalten, löst du eine eigene Zahlung aus – direkt an die BetrĂŒger.

Die Masche funktioniert, weil im unaufmerksamen Moment der Unterschied zwischen Gutschrift und Zahlungsanfrage leicht ĂŒbersehen wird. Darauf setzen die BetrĂŒger.

Dazu kommt: Die TĂ€ter nutzen oft Prepaid-Nummern oder die Prepaid-Twint-App, betrieben mit Handynummern aus der Schweiz, Deutschland, Österreich oder Liechtenstein. Manchmal wird sogar ein Profilbild gesetzt, damit alles vertrauter wirkt.

Hier geht es zur Meldung vom BACS: Neue Twint-Betrugsmasche setzt auf Schlaftrunkenheit

Weitere Twint Betrugsmaschen

Die «Zahlungsanfrage-Masche» ist nicht die einzige Angriffsmethode. Phishing-SMS sind gerade stark im Umlauf. BetrĂŒgerische Absender geben sich als Twint aus und warnen vor einer angeblichen Konto-Sperrung oder vor Sicherheitsproblemen – um danach persönliche Daten zur «Verifizierung» abzufragen.

Diese Nachrichten fĂŒhren oft zu einer gefĂ€lschten Twint-Website oder in einen WhatsApp-Chat, wo die TĂ€ter Zahlungs- oder Kontodaten abgreifen.

Wie du dich schĂŒtzen kannst

Wer weiss, worauf zu achten ist, kann Twint-Betrugsmaschen ziemlich leicht enttarnen. Ein paar Grundregeln helfen sehr.

  1. Geldempfang auf Twint erfordert keine BestÀtigung!: Wenn dir jemand Geld via Twint sendet, wird es automatisch gutgeschrieben. Du musst nichts bestÀtigen.
  2. Genau auf die Push-Meldung achten: Twint zeigt klar an, wenn jemand Geld von dir fordert. Diese Formulierung ist ein eindeutiger Hinweis.
  3. Ungewöhnliche BetrĂ€ge können verdĂ€chtig sein: BetrĂ€ge wie 19.99 sind beim Shopping realistisch, bei privaten Überweisungen eher nicht.
  4. Achte auf den Zeitpunkt: Zahlungsanfragen um 03:00 Uhr oder direkt nach dem Aufstehen? BetrĂŒger wollen dich in unachtsamen Momenten erwischen. Seriöse Anbieter arbeiten zu normalen GeschĂ€ftszeiten.
  5. Wenn du betrogen wurdest, sofort handeln: Hast du eine Zahlung versehentlich autorisiert, kontaktiere sofort den Twint-Support. PrĂŒfe alle weiteren Transaktionen auf verdĂ€chtige AktivitĂ€ten – und schau dir die Massnahmen weiter unten an.

Massnahmen, wenn du dein Konto absichern musst

Je nach Risikoszenario kann es nötig sein, dein Konto zusĂ€tzlich zu schĂŒtzen, die EC-Karte zu sperren oder weitere Schritte einzuleiten.

  1. Szenario Betrug ĂŒber Zahlungsanfrage: Bei dieser Masche findet kein physischer Zugriff auf deine Karte oder dein Bankkonto statt. Was hier hilft: den Twint-Support kontaktieren und den Fall melden.
  2. Szenario Phishing-SMS/WhatsApp oder Fake-Webseiten: Hier versuchen TĂ€ter – getarnt als Twint –, Daten (Kartennummer, CVC-Code, Logins, Registrierungsdaten) zu stehlen und damit unabhĂ€ngig von Twint Schaden anzurichten. In solchen FĂ€llen sind zusĂ€tzliche Massnahmen dringend:
    1. Wenn Kartendaten abgeflossen sind: Karte sperren
    2. E-Banking-Zugang sichern (Passwörter Àndern, starke Passwörter wÀhlen, ggf. Bank informieren)
    3. Twint zurĂŒcksetzen (UnterstĂŒtzung gibt es beim Twint-Support oder in der Banking-App)
    4. Verdacht bzw. konkreten Betrugsfall melden – Beispiel Kanton ZĂŒrich: https://cybercrimepolice.ch/de

Wie sicher ist Twint insgesamt?

Die Betrugsmaschen im Detail – das ruft die Frage auf den Plan, wie sicher Twint eigentlich ist. Technisch und organisatorisch.

Technische Sicherheit

Twint setzt auf mehrere Sicherheitsmechanismen:

  • GerĂ€tebindung: Twint ist an dein Smartphone gekoppelt. Eine Aktivierung auf einem anderen GerĂ€t erfordert eine erneute Verifizierung.
  • Bankverifizierung: Je nach Bank ist die Twint-App direkt ins E-Banking eingebunden – das schafft zusĂ€tzliche Sicherheitsstufen.
  • Tokenisierung: Zahlungsinformationen werden nicht direkt ĂŒbertragen, sondern als temporĂ€re Tokens, die nur fĂŒr die jeweilige Transaktion gĂŒltig sind.
  • Zwei-Faktor-Freigaben: Viele Banken kombinieren Twint-Zahlungen mit separaten BestĂ€tigungen – z. B. Mobile-ID oder App-basierte Freigaben.

Diese Mechanismen machen direkte technische Angriffe auf das System relativ schwierig.

Warum es trotzdem immer wieder zu BetrugsfÀllen kommt

Die meisten Twint-BetrugsfÀlle haben eines gemeinsam: Sie zielen nicht auf die Technik ab, sondern auf den Menschen.

Das nennt sich Social Engineering – Betrugsversuche, die auf Gewohnheiten, Ablenkung und Unaufmerksamkeit setzen, nicht auf Software-LĂŒcken. Das aktuelle Beispiel mit den Zahlungsanfragen ist genau so ein Fall. Twint funktioniert dabei korrekt; die Angreifer nutzen die Dialoge so, dass Menschen vorschnell reagieren.

Was bleibt: Twint und die Risiken im Alltag

Twint ist technisch solide abgesichert und gilt im Schweizer Payment-Umfeld als vergleichsweise sicher. Die Risiken entstehen fast ausschliesslich durch:

  • irrefĂŒhrende Zahlungsanfragen
  • Phishing-Webseiten
  • Fake-SMS und WhatsApp-Nachrichten
  • unklare Push-Benachrichtigungen in unkonzentrierten Situationen

Wer die Grundprinzipien der App kennt und die eigene Aufmerksamkeit schĂ€rft, ist sehr gut geschĂŒtzt.

Themen: AppCybercrimeMobile GerÀte

Hat dich der Artikel ins GrĂŒbeln gebracht?

Wir besprechen sowas gerne im ErstgesprĂ€ch — unverbindlich, persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags.

Direkt zum Kontakt
Noch was Grösseres?

rundum.dog — unsere Hunde-Wissensplattform.

Unser Eigenprojekt und Live-Beweis: eigenes KI-Plugin auf Anthropic-API-Basis, 17 Custom Post Types, ein Betrieb, den wir tÀglich am Laufen halten.

rundum.dog ansehen ↗
Über die Person

Miriam SchÀfer

Erstellt und betreut Fachinhalte fĂŒr dataloft zu Datenschutz, Online-Recht, KI und digitalen Trends. Verantwortlich fĂŒr Content, Redaktion und Social Media bei rundum.dog.

Mehr ĂŒber uns →

Schreib uns oder ruf an.
Meist antwortet ein Mensch innerhalb eines Werktags.

Roger Klein
GeschĂ€ftsfĂŒhrer
E-Mail
info@dataloft.ch
Telefon
+41 52 511 05 05
Adresse
dataloft GmbH · Rietweg 1 · 8506 Lanzenneunforn TG