Geschlechterkampf im Webdesign? Eine neue Sichtweise entwickeln

Geschrieben von
Roger Klein
Webdesign

Frauen haben nicht nur in der wirklichen Welt mit Vorurteilen zu kämpfen — die virtuelle Welt ist ebenfalls überwiegend auf Männer ausgerichtet. Webdesign «von Männern für Männer» ignoriert Frauen zwar nicht bewusst, vergisst sie aber trotzdem. Dabei ist das Nutzerverhalten von Männern und Frauen oft gar nicht so verschieden. Manchmal reichen Kleinigkeiten, um eine Webseite geschlechtsneutral zu gestalten. Webdesign, das beide Geschlechter gleichermassen berücksichtigt, wirft dennoch viele offene Fragen zur Umsetzung auf.

Ist Webdesign „männlich“?

In vielen Lebensbereichen dominieren Bilder und Texte, die ein männliches Individuum — meist mit heller Hautfarbe — widerspiegeln. Dabei teilt sich die Weltbevölkerung etwa hälftig in Männer und Frauen. Unternehmen, die ihre Webseiten daran nicht ausrichten, verzichten damit auf potenzielle Umsätze.

Deshalb liegt es im Interesse jeder Person, die eine Webseite betreibt, Design und Inhalte für beide Seiten zu optimieren. Das gilt nicht nur für das Webdesign, sondern ebenso für den gesamten Content. Denn auch Männer interessieren sich für Körperpflege — und viele Frauen schrauben gerne an Autos.

Zielgruppe finden

Viele Unternehmen stellen erstaunt fest, dass ihre Zielgruppe beim Geschlecht weit weniger einseitig ist, als sie dachten. Das sollte sich auch im Webdesign niederschlagen. Bei der Zielgruppen-Erfassung sollte das Geschlecht — unabhängig von den Inhalten — eine untergeordnete Rolle spielen. Relevanter sind Faktoren wie Alter, Interessen oder demografische Gemeinsamkeiten. Wer eine Zielgruppe definieren will, muss zuerst den Zweck der Webseite klären.

Bei gemeinsamen Anschaffungen bestimmen Frauen heute auch bei Dingen mit, die früher als reine «Männersache» galten. Frauen verwalten in vielen Haushalten das Budget und bringen sich bei Renovierungen entsprechend ein. Typisch männlich und typisch weiblich verschwimmt — das sollte Webdesign abbilden.

Eine neue Sichtweise auf Webdesign entwickeln

Die Welt der Frauen ist nicht ausschliesslich Pink, und Männer kennen mehr als nur Schwarz. Tatsächlich geben sowohl Männer als auch Frauen an, Farben wie Blau oder Grün zu bevorzugen. Kein Wunder — damit umgibt uns die Natur täglich.

Bilder sprechen beide Geschlechter an, aber was ein Bild zeigt, ist entscheidend. Eine Webseite, die beide Geschlechter erreichen will, darf Werbegesichter nicht ausschliesslich eines Geschlechts zeigen. Das Internet und Webdesign könnten hier sogar Pionierarbeit leisten: Wer sich an beiden Geschlechtern orientiert, trägt auch ausserhalb des Internets zum Prozess der Gleichstellung bei.

Geschlechtsneutrale Formulierungen

Die grösste Herausforderung bleibt die Sprache. Werden beide Geschlechter explizit angesprochen, werden Inhalte komplexer — der Lesefluss stockt, Texte lassen sich kaum noch scannen. Neutral und unpersönlich zu schreiben löst das Problem nicht: Lesende fühlen sich dann schlicht nicht mehr angesprochen.

Eine Bindung aufzubauen wird schwieriger. Geschlechtsneutrale Formulierungen bergen das Risiko, dass sich niemand mehr wirklich mit den Inhalten identifiziert. Heute überwiegt in Texten die männliche Schreibweise — weil sie kürzer und lesbarer ist.

Repräsentative und neutrale Tests

Bevor eine Webseite online geht, sollte sie von einer repräsentativen Gruppe getestet werden — das ist nicht immer identisch mit der späteren Zielgruppe. Wer Personen einbezieht, die nicht zur Zielgruppe gehören, bekommt oft bessere Daten. Auf jeden Fall sollte die Testgruppe Frauen und Männer gleichermassen umfassen. Getestet wird dabei nicht nur die Funktionalität, sondern ausdrücklich auch das Webdesign.

Webdesign: Personalisieren oder Generalisieren?

Vielleicht wird es bald Webseiten geben, auf denen zwischen einem Design für Männer und einem für Frauen gewählt werden kann. Technisch wäre das einfach umsetzbar — würde aber am Grundproblem vorbeigehen, dass Frauen im Webdesign zu wenig angesprochen werden.

Unternehmen, die sich beiden Geschlechtern widmen, können eine Vorreiterrolle übernehmen — und dazu beitragen, dass auch in der realen Welt ein Umdenken stattfindet.

Tags: ContentDesignWebseite
Über die Autor:in

Roger Klein

Geschäftsführer dataloft GmbH. WordPress seit Version 3, Frauenfeld. Verantwortet bei dataloft Strategie, Architektur und KI-Integration. Baut mit Mattes und Elena rundum.dog, die grösste deutschsprachige Hunde-Wissensplattform.

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