Kluge Anbieter von Inhalten im Web setzen schon heute auf responsives Design. Suchmaschinen-Marktführer Google gab nun endlich die Frist für seine Devise «Mobile First» bekannt. Ab kommendem Jahr dürfen (oder müssen) wir uns von Inhalten, die allein für Desktops ausgelegt sind, verabschieden.
Google Index sagt: Mobile First!
Was genau bedeutet das Google-Projekt «Mobile First»? Um zu verstehen, was dahintersteckt – und vor allem, was es an Folgen mit sich bringt – schauen wir uns zuerst den Google Index an.
Wenn du über Google suchst, durchsuchst du im Grunde gar nicht das «gesamte Internet». Du stöberst in der Datenbank von Google – dem sogenannten Index. In diesen Index fliessen sämtliche Webseiten ein, die von deren Betreibern dort angemeldet wurden. Da Google unbestritten Marktführer bei den Suchmaschinen ist, greift der Konzern bei der Anzeige der Treffer auf ein riesiges Repertoire zurück.
Webseiten-Betreiber haben verschiedene Möglichkeiten, ihre Seiten dem Index hinzuzufügen. Zum einen geschieht das bereits automatisch, sofern der Betreiber keine gegenteiligen Einstellungen vornimmt (klassischer Befehl hierfür wäre «noindex»). Zum anderen gibt es die Google Search Console, mit der Seiten auf Wunsch etwas schneller im Index landen.
Frist für Google Mobile First läuft bald ab
Die geplante Umstellung vonseiten Google von Desktop-Inhalten auf ausschliesslich mobile Inhalte ist schon seit geraumer Zeit ein Thema. Bereits letztes Jahr (2019) änderte Google die Gewichtung der jeweiligen Inhalte. Der Crawler – also der Bot, der das Web durchsucht und Webseiten dem Index hinzufügt – wurde dabei aufgeteilt und erhielt quasi neue Zuständigkeiten: ein «Desktop-Crawler» sowie ein eigenständiger «Mobile-Crawler».
Der mobile Crawler fokussierte sich dabei allein auf responsive Inhalte – also solche, die auf mobilen Endgeräten, Paradebeispiel Smartphone, gleichwertig dargestellt werden. Das Verhältnis der beiden Crawler lag bei etwa 3 zu 1. Das hatte zur Folge, dass aufs mobile Medium ausgerichtete Webseiten bereits letztes Jahr eine bessere Chance hatten, schneller im Index zu landen und damit auch ein besseres Ranking zu erhalten.
Das Mobile-First-Projekt schien derart erfolgreich, dass Google sich entschied, eine Frist fürs vollständige Ignorieren reiner Desktop-Inhalte aufzusetzen.
Aufruf für Webseiten-Betreiber
Ab März 2021 ist es soweit. Inhalte von Webseiten, die ausschliesslich für die Darstellung auf Desktops ausgelegt sind, fliessen dann überhaupt nicht mehr in den Google Index.
Das hat potenziell handfeste Folgen – nicht zuletzt fürs Ranking. Auch die User Experience leidet, wenn Besucher die Inhalte vom Handy aus nicht abrufen können. Wer seinen Fokus bisher auf den klassischen Desktop legte, sollte jetzt handeln.
Glücklicherweise hat Google Best Practices für die Mobile-First-Indexierung veröffentlicht. Hier die wichtigsten Punkte kurz zusammengefasst:
- Verwendung derselben Meta-Tags auf mobiler sowie Computer-Version
- kein «Lazy Loading» – also keine mobilen Inhalte, die eine Interaktion vonseiten des Users erfordern
- keine «disallow»-Anweisung auf URLs
- klare und aussagekräftige Überschriften auf beiden Versionen
- bei beiden Versionen auf dieselben Structured Data setzen
- Berücksichtigung der Better Ads Standards für die Platzierung von Werbeanzeigen
- Überprüfung der unterstützten Bildformate sowie grundsätzliche Verwendung qualitativer Bilder
Ebenso liefert Google weiterführende Tipps für Videoformate, separate URLs und die Behebung potenzieller Fehler.