SEO-, also für Suchmaschinen optimierte Texte, gelten teilweise als mit bis zur Unleserlichkeit vollgestopfte Keyword-Schleudern – und damit als qualitativ minderwertig. Stimmt das wirklich? Ist ein SEO Text zwangsläufig schlechter lesbar? Schau dir diesen Beitrag an und finde es selbst heraus.
Was macht einen SEO Text aus?
Ein auf SEO (Search Engine Optimization) ausgerichteter Text soll die Auffindbarkeit in Suchmaschinen erhöhen. Die Webseite, die den Text veröffentlicht, bekommt im besten Fall eine gute Position im Ranking.
Mehrere Faktoren ordnen einen Text mehr oder weniger eindeutig in die Kategorie SEO ein:
- SEO läuft über das Setzen von Schlagwörtern (Keywords). Keywords bestehen entweder aus einzelnen Wörtern oder aus ganzen Sätzen.
- Ein SEO-Text enthält einzelne Überschriften und Absätze.
- SEO kommt ohne Linkbuilding nicht aus.
- Alt-Attribute für Bilder tragen manchmal ebenfalls SEO-Werte.
- Die Textlänge beeinflusst die SEO-Wertung massgeblich.
Von Keyword-Stuffing und -Kannibalismus
Ein wesentlicher Grund, warum SEO-Texte vielerorts verschrien sind: Keyword Stuffing. Das Dokument ist so vollgestopft mit Schlagwörtern, dass die Lesbarkeit leidet.
Damit komme ich zum Kern meiner Aussage: Dass ausnahmslos jede Person einen hochwertigen Text erstellen kann, ist ein Gerücht. Es gibt sehr viele ausgezeichnete Autorinnen und Autoren – keine Frage. Einen guten SEO Text zu schreiben, ist und bleibt trotzdem eine Kunst.
Ich werde hier nicht zu viele Geheimnisse über das Autorentalent verraten. Zum Thema SEO sei nur gesagt: Ich setze in meinen Texten lieber auf Keyword-Kannibalismus als auf Stuffing.
Die Lesbarkeit hat immer oberste Priorität!
Kommen wir zur Lesbarkeit. Schreibende, die ihren Fokus allein auf Keywords setzen, verwechseln ihre Texte offenbar mit WDF-IDF-Werken. WDF, ausgeschrieben «Within Document Frequency», steht für die Wortgewichtung innerhalb eines Textes.
Für ausschweifende, fachliche und erklärende Texte finde ich dieses Vorgehen in Ordnung. Wenn ich in einem Lexikon nach einem Begriff suche, stört es mich nicht, ihn in unterschiedlicher Satzbildung immer wieder zu lesen. In einem Artikel – Paradebeispiel Blog-Beitrag – sind mir zu viele Keywords schlicht ein Dorn im Auge.
Lesbarkeit und SEO-Wertung in Texten vereinen
Und genau darin besteht die besagte Kunst. Um eine solide Kombination aus Lesbarkeit und SEO-Wertung zu erreichen, müssen die jeweils geltenden Faktoren berücksichtigt werden. Die Bewertungskriterien liste ich nachfolgend auf. Zur Info: Ich beziehe die Werte aus dem CMS WordPress und dem Plugin Yoast SEO (Premium).
Lesbarkeits-Bewertung
- Aktive Sätze sind tausendmal besser als passive. Die «Aktivierung» beim Satzbau erfolgt etwa über die Umformulierung von Verben in Nomen. WordPress liefert als Beispiel: statt «Ich werde von meiner Mutter umarmt» die aktive Alternative «Meine Mutter umarmt mich».
- Wiederholungen sind zu vermeiden – das gilt für einzelne Wörter genauso wie für Sätze oder Satzteile. Dafür gibt es die ganzen schönen Synonyme.
- Die Länge macht’s: Nicht nur der SEO Text im Ganzen, auch Satzlänge und Absatzlänge spielen eine Rolle. Gute Autorinnen und Autoren schaffen eine Kombi aus ausführlichen und knackig kurzen Sätzen.
- Zwischenüberschriften unterteilen einen Text klar. Sie geben einen Vorausblick auf den nächsten Inhalt – und regen im Idealfall zum Weiterlesen an.
SEO-Wertung
- Auch hier kommt die Textlänge zum Tragen. WordPress (bzw. das Plugin) hält Texte unter 300 Wörtern für den Aufwand nicht wert. Ich sehe das genauso.
- SEO-Titel, Meta-Beschreibung und Permalink: Diese drei Felder sind dazu da, vor allem die Keywords unterzubringen.
- Ein Bild mit Alt-Attribut erzielt eine gute SEO-Wertung, wenn es das Keyword bzw. die Keyword-Phrase enthält.
- Interne und ausgehende Links: Ein Text bekommt eine bessere SEO-Wertung, wenn darin ein paar Links vorhanden sind. Interne Links verweisen auf die eigene Website, ausgehende auf externe Seiten.
Was bleibt – und warum SEO-Texte für Menschen entstehen
Dieser Teil fällt mir übrigens immer am schwersten. Ich könnte jetzt noch endlos über SEO-Kriterien und Textqualität sinnieren. Welche Grösse wähle ich für einzelne Überschriften? Wie lang darf ein Kapitel sein? Habe ich alles gesagt? Wahrscheinlich nicht.
Ich gebe meine SEO-Infos in die Felder des Plugins ein, um eine Bewertung zu erhalten. Mein Text hat eine Länge von insgesamt 891 Wörtern und enthält das Keyword «SEO Text» 14 Mal. Die Wortdichte ist damit mehr als akzeptabel. 3 meiner H2- und H3-Überschriften spiegeln das Thema des Artikels wider. Die Keyphrase steht nicht nur im Titel, sondern auch an dessen Anfang – und ist zusätzlich im Permalink enthalten. Die Verteilung ist gleichmässig. Es gibt eine kleine Einleitung, und auch dort findet sich das Keyword.
Niemand ist perfekt: Ich habe heute keine externen Links gesetzt. Sowohl die Länge meiner Meta-Beschreibung als auch des SEO-Titels sind zu kurz. Genau an dieser Stelle liegt ein weiteres Geheimnis vom guten Schreiben: Prioritäten setzen. Solange die Lesbarkeit auf «grün» steht, darf die SEO-Ampel auch mal orange aufleuchten. Trotzdem erhält mein heutiges Werk eine ebenso grüne SEO-Wertung.
Eines noch zum Schluss: Als freie Texterin für dataloft richten sich meine Werke – genau wie mein Auftraggeber – an echte Menschen und nicht nur an computerisierte Suchmaschinen. Ich möchte nicht bloss trocken informieren; ich hoffe, dass meine Texte Gefallen finden. Auf der Teamseite von dataloft findest du mich als Kontakt, wenn du mir dein Feedback mitteilen möchtest.