Social Media für Unternehmen: Muss oder freie Wahl?
Erstmals erschienen im Februar 2013, im Oktober 2026 neu geschrieben.
2013 haben wir an dieser Stelle geschrieben, Social Media werde für Unternehmen zum Muss. Der Titel ist geblieben, die Aussage halten wir nicht mehr. Dreizehn Jahre später ist klarer, was die Plattformen können und was nicht. Für manche Betriebe sind sie der wichtigste Weg zu neuen Kunden. Andere kommen gut ohne aus.
Was aus den Plattformen von 2013 wurde
Der Beitrag von damals nannte mehrere Netzwerke. Was aus ihnen geworden ist:
- Google+ wurde im April 2019 für private Nutzer eingestellt.
- Twitter heisst seit Juli 2023 X und hat seither Ausrichtung und Publikum stark verändert.
- Foursquare hat seine App für Ortsempfehlungen Ende 2024 eingestellt.
- Xing gibt es noch. Im Geschäftsumfeld ist LinkedIn im deutschsprachigen Raum deutlich wichtiger geworden.
- Facebook besteht, zeigt Beiträge von Unternehmen aber nur noch einem kleinen Teil der Abonnenten.
Dazugekommen sind Instagram als Massenmedium, TikTok und WhatsApp-Kanäle. Wer 2013 viel Arbeit in ein Profil auf Google+ gesteckt hat, hat sie verloren.
Warum es kein Muss ist
Ein Profil ist schnell angelegt. Die Arbeit beginnt danach: regelmässig etwas veröffentlichen, das jemand sehen will, und auf Kommentare und Nachrichten antworten. Das braucht Zeit, jede Woche, über Jahre.
Fehlt diese Zeit, entsteht ein Profil mit drei Beiträgen aus dem Gründungsjahr. Besucher schliessen daraus schnell, dass der Betrieb aufgehört hat.
Dazu kommt die Abhängigkeit. Die Plattform bestimmt, wer deine Beiträge sieht, und sie kann das jederzeit ändern. Kontakte, die du dort aufbaust, gehören nicht dir.
Wann es sich lohnt
Social Media bringt etwas, wenn drei Dinge zusammenkommen:
- Deine Kunden sind dort. Welche Altersgruppen welche Plattform nutzen, zeigt der Beitrag Zielgruppenverteilung auf Social Media.
- Du hast etwas zu zeigen. Ein Gärtner, eine Köchin oder ein Schreiner haben jeden Tag Bilder. Eine Treuhänderin hat es schwerer.
- Jemand macht es gern. Was als Pflicht erledigt wird, sieht auch so aus.
Fehlt eines davon, bewirkt deine Zeit anderswo mehr.
Ein Kanal, gut geführt
Wenn du dich dafür entscheidest, beginn mit einer Plattform. Wähl die, auf der deine Kunden sind, und nicht die, über die gerade am meisten geredet wird. Nimm dir vor, was du ein Jahr lang durchhältst. Ein Beitrag pro Woche über ein Jahr ist mehr wert als täglich einer im ersten Monat.
Was auf welcher Plattform funktioniert, beschreibt der Beitrag Social Media Content: welche Inhalte auf welche Plattform gehören. Die Grundlagen stehen in Was ist Social Media.
Deine Website bleibt die Basis
Ein Muss gibt es doch, es liegt nur an anderer Stelle. Wer deinen Betrieb sucht, soll ihn finden, mit Adresse, Angebot und einem Weg, dich zu erreichen. Das leisten eine eigene Website und ein gepflegter Eintrag im Google-Unternehmensprofil.
Die Website gehört dir, und sie bleibt, wenn die nächste Plattform verschwindet. Social Media bringt höchstens Besucher dorthin.
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