TatsĂ€chlich gibt es den Begriff «User Experience» (UX) bereits seit rund dreissig Jahren. Ein Kognitionswissenschaftler aus dem Hause Apple definierte einst Prinzipien der Interaktion â und genau diese prĂ€gen das Nutzererlebnis bis heute. Wir schauen uns die Kernthesen an und prĂŒfen, was sie fĂŒr die Praxis bedeuten.
User Experience und Interaktion
Interaktion ist das HerzstĂŒck der User Experience. Ob auf einer Webseite oder in einer App â die verfĂŒgbaren Interaktionsmöglichkeiten bestimmen, wie du ein Produkt wahrnimmst und erlebst. Daraus entsteht das Nutzererlebnis, eine der gebrĂ€uchlichsten Ăbersetzungen fĂŒr «User Experience».
Der eingangs erwĂ€hnte Kognitionswissenschaftler heisst Don Norman. Der Professor gilt seit den 90er-Jahren als Spezialist fĂŒr Usability, also Benutzerfreundlichkeit. Er schrieb mehrere BĂŒcher zum Thema User Design. Bereits in der Einleitung von «User Centered System Design» macht er klar: (Web-)Designer sollten ihren Fokus auf die Menschen richten, die das entwickelte System tatsĂ€chlich verwenden.
FĂŒnf Kernprinzipien der Interaktion
Normans Thesen lassen sich weit ĂŒber Webdesign hinaus anwenden. Immer wenn jemand mit einem Produkt interagiert, basiert die Erfahrung damit auf sogenannten Interaktionsprinzipien. Sie teilen sich in sechs Bereiche auf:
- Erschwinglichkeit
- EinschrÀnkungen
- Steuerung
- Konsistenz
- Sichtbarkeit
- Feedback
Erschwinglichkeit
Mit Erschwinglichkeit ist nicht der Preis gemeint. Im Kontext der User Experience steht der Begriff fĂŒr das Angebotsspektrum innerhalb eines Produkts. Ein Produkt gilt als erschwinglich, wenn du die verfĂŒgbaren Funktionen erkennst â und sie dann auch nutzt. Bestimmte Signale im Design-Prozess helfen dabei, alle Interaktionsmöglichkeiten sichtbar zu machen. Je klarer das Angebot, desto besser die User Experience.
EinschrÀnkungen
EinschrĂ€nkungen sind eine Art WeiterfĂŒhrung der Erschwinglichkeit â und liegen stĂ€rker auf der Designer-Ebene. Gesetzte EinschrĂ€nkungen blenden Funktionen aus oder lenken dich auf den Weg, der den maximalen Nutzen des Produkts erschliesst. Im Idealfall nimmst du sie gar nicht als solche wahr. Dann ist auch die Experience entsprechend positiv.
Steuerung
Steuerung bezieht sich auf die Anordnung und die Beziehung einzelner Elemente zueinander. Das klassische Beispiel: das NavigationsmenĂŒ einer Webseite. Du interagierst damit, um dir einen Ăberblick zu verschaffen â und gelangst von dort aus gezielt zu den Inhalten.
Konsistenz
Konsistenz steht fĂŒr StabilitĂ€t und Stimmigkeit. Im Kontext der User Experience bedeutet das: Sind alle dargebotenen Inhalte konsistent gestaltet, ist das Nutzererlebnis nachweislich angenehmer.
Sichtbarkeit
Im Design-Prozess markieren «Signalgeber» Nutzerfunktionen und heben sie hervor â damit du sie sofort erkennst. Sichtbarkeit und Erschwinglichkeit ĂŒberschneiden sich dabei ein StĂŒck weit.
Feedback
Bei dynamischen Elementen ist Feedback unverzichtbar. Es meldet dir zurĂŒck, was nach einer Aktion passiert. Ein Klick auf der Webseite? Ein Ladebildschirm signalisiert die Weiterleitung. Ein Plus-Symbol und eine kurze Meldung auf einem Online-Marktplatz zeigen dir, dass ein Produkt im Warenkorb gelandet ist.
Die User Experience ĂŒber Interaktionsprinzipien verbessern
Wendest du alle beschriebenen Prinzipien konsequent an, steigen die Chancen deutlich, deinen Nutzern ein angenehmes Erlebnis zu bieten. Im Webdesign gestaltest du alle Elemente erschwinglich und sichtbar, sodass klar ist, was beim Besuch und jedem weiteren Klick passiert.
Ăber das Prinzip der Steuerung leitest du Nutzer an und gibst gezielt EinschrĂ€nkungen vor. Erkennbares Feedback verhindert negative Ăberraschungen. Konsistenter Content sichert ausserdem die QualitĂ€t der bereitgestellten Inhalte.