Employee Advocacy â was ist das ĂŒberhaupt, und wie funktioniert das in der Praxis? Mit oder ĂŒber die eigenen Mitarbeitenden Werbung betreiben â macht das Sinn? Die Angestellten eines Unternehmens gelten auf Social Media als weitaus glaubwĂŒrdigere Quelle als das Firmenprofil selbst. Folgen sie dem Account und steuern eigene Inhalte bei, steigen Reichweite und GlaubwĂŒrdigkeit spĂŒrbar. Doch Employee Advocacy bringt auch Risiken mit sich.
Employee Advocacy: Die Vorteile
Employee Advocacy lĂ€uft hauptsĂ€chlich ĂŒber soziale Medien. Auf Facebook, LinkedIn und Co. können Privatpersonen sich offiziell als Mitarbeitende eines Unternehmens eintragen â eine kleine Geste mit grosser Wirkung.
Reichweite
Genau das vergrössert die Reichweite auf Social Media erheblich. Das Unternehmen muss nicht mehr eigenstĂ€ndig nach neuen Followern suchen â die Freundeslisten der Mitarbeitenden sind bereits ein fertiges Netzwerk. Die meisten Plattformen bieten dafĂŒr passende Funktionen: Bei Facebook etwa lĂ€sst sich gezielt vorschlagen, eine Seite zu liken, und so landen bis dahin unbekannte Profile im engeren Kreis.
Reputation steigern
Wer auf Facebook ein ArbeitsverhĂ€ltnis eintrĂ€gt, zeigt das â je nach PrivatsphĂ€re-Einstellungen â dem gesamten Freundeskreis. Und wer lange beim selben Arbeitgeber bleibt, sendet damit ein Signal: LoyalitĂ€t spricht fĂŒr sich. Auch Neueinsteiger können ein Startdatum angeben, das weit zurĂŒckliegt.
LangjĂ€hrige ArbeitsverhĂ€ltnisse stehen nach aussen fĂŒr eine intensive Bindung. Allein die Tatsache, dass jemand seinem Arbeitgeber treu bleibt, wirkt nach aussen positiv â ohne ein Wort Werbung.
AktivitÀt erhöhen
Ohne KontinuitĂ€t lĂ€uft auf sozialen KanĂ€len wenig bis gar nichts. Wer keinen eigenen Social-Media-Manager einsetzen kann oder will, ist mit Employee Advocacy gut beraten. DĂŒrfen Mitarbeitende Inhalte auf dem Firmenprofil teilen, sorgt das zuverlĂ€ssig fĂŒr AktivitĂ€t â und das ohne grossen Aufwand.
Employee Advocacy: Die Nachteile
Damit kommen wir zu den Risiken. Angenommen, ein breiter Kreis von Mitarbeitenden darf eigene Inhalte auf dem Firmenprofil teilen. Das bringt Traffic â aber auch die reale Gefahr, dass Inhalte sich «verselbststĂ€ndigen».
Strenge Vorgaben
Das Ziel ist klar: Reputation steigern. Das Gegenteil passiert jedoch schnell, wenn Mitarbeitende ohne gezielte Vorgaben posten, kommentieren und teilen. Einzelne BeitrĂ€ge, die sich zigfach wiederholen, fallen auf â und wirken auf Aussenstehende nicht gut. Die Methode darf schlicht nicht aufdringlich wirken.
Verzerrung
DĂŒrfen Mitarbeitende Seiteninhalte fĂŒr eigene Posts frei abwandeln, riskierst du eine Verzerrung â oder sogar eine vollstĂ€ndige Abweichung vom ursprĂŒnglichen Statement. Dasselbe gilt ĂŒbrigens auch fĂŒrs simple Teilen ohne jede Eigenaussage. Auch hier gilt: klare Vorgaben an den Mitarbeiterkreis sind kein Luxus, sondern Voraussetzung.
AbsprĂŒnge
Employee Advocacy gilt als Marketing-Massnahme, die wenig â manchmal ĂŒberhaupt nichts â kostet. Das klingt verlockend. Wer die Mitarbeitenden dabei aber nicht angemessen honoriert, wird frĂŒher oder spĂ€ter AbgĂ€nge erleben. Motivation baut sich langsam auf â und ist sie erst weg, kommt sie selten zurĂŒck. Entlohnung muss dabei nicht finanziell sein: Interne Wettbewerbe mit kleinen Sachpreisen oder namentliche ErwĂ€hnungen Ă la «Advocacy Employee des Monats» können schon viel bewirken.
Worauf es bei Employee Advocacy wirklich ankommt
Employee Advocacy â vor allem auf Social Media â kann bei richtigem Einsatz mehr erreichen als jede vergleichbare Marketing-Massnahme. Wie bei fast allem im Marketing gilt aber: ohne durchdachten Plan lĂ€uft es ins Leere.
Wer blindlings startet, ohne Vorgaben und klare Teilschritte, riskiert, dass der Schuss nach hinten losgeht. Social Media sind ein mĂ€chtiges Medium â und sie unterliegen einer enormen Dynamik. Das gilt genauso fĂŒr jede Massnahme auf diesen KanĂ€len. Alle eingesetzten Mittel mĂŒssen sorgfĂ€ltig ĂŒberwacht und bei Bedarf angepasst â oder gar gestoppt â werden, um nicht in dieser Dynamik unterzugehen.